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Neuanfang nach Knatsch im Kirchenverwaltungsrat St.Mauritius

Der Knatsch innerhalb des Kirchenverwaltungsrates von St. Mauritius Appenzell scheint zu Ende: Ein neuer Rat wurde gewählt. Dieser muss nun einen neuen Voranschlag ausarbeiten. Der alte wurde bachab geschickt.
Astrid Zysset
Der neue Kirchenverwaltungsrat: Kathrin Birrer, Simon Fischli, Präsident Erich Fässler, Patricia Fritsche-Manser, Pfarrer Lukas Hidber, Markus Rusch und Markus Bartholet. (Bild: Astrid Zysset)

Der neue Kirchenverwaltungsrat: Kathrin Birrer, Simon Fischli, Präsident Erich Fässler, Patricia Fritsche-Manser, Pfarrer Lukas Hidber, Markus Rusch und Markus Bartholet. (Bild: Astrid Zysset)

Eine offene Auseinandersetzung gab es zwar nicht, doch die Feindseligkeit war deutlich spürbar und liess erahnen, wie verfahren die Situation innerhalb des Kirchenverwaltungsrates war. In den Demissionsschreiben, die Präsidentin Damiana Vicini an der Kirchhöri vergangenen Freitagabend in Appenzell verlas und somit bestätigten, dass alle Mitglieder des Kirchenverwaltungsrates ihren Rücktritt einreichten, war die Rede von «personenbezogenen Auseinandersetzungen», «Verbreitung von Halbwahrheiten» und der «fehlenden Bereitschaft zur Klärung der Situation». Vicini führte weiter aus, dass am 19. März Kirchenverwaltungsratsmitglied Ruedi Manser und Kirchenpflegerin Astrid Fässler eine formelle Aufsichtsbeschwerde bezüglich «einer nicht gewissenhaften» Revision bei der Standeskommission eingereicht hätten.

Manser und Fässler mussten über einen Mehrheitsbeschluss der Kirchbürgerinnen und Kirchbürger aus dem Amtszwang entlassen werden. Fässler ergriff vor der Abstimmung das Wort und stellte klar, dass sie sich «aufgrund der medialen Angriffe der Präsidentin in den vergangenen Wochen dazu verleitet sah, rechtliche Schritte einzuleiten».

Komplett neuer Rat wurde gewählt

So oder so: Für die Kirchbürgerschaft war offensichtlich, dass an eine weitere Zusammenarbeit in dieser Personalkonstellation nicht zu denken wäre. Ein vollständig neuer Kirchenverwaltungsrat wurde gewählt. Die Leitung hat neu Erich Fässler inne. Er betonte bei seinem Antritt, dass er sich traue, das Amt zu übernehmen. Und: Die Wahl basiere auf einem Vertrauensvorschuss. Diesem gelte es jetzt, durch die Arbeit im Alltag gerecht zu werden. Neu in den Kirchenverwaltungsrat wurden Kathrin Birrer, Markus Bartholet, Simon Fischli und Patricia Fritsche-Manser gewählt, zum Kirchenpfleger wurde Markus Rusch ernannt. Pfarrer Lukas Hidber blieb als einziger Mitverantwortlicher vom alten Kirchenrat übrig.

Steuerfusssenkung und Budget nicht genehmigt

Anlass zu Diskussionen gab an der Kirchhöri auch der Voranschlag 2019. Dieser sah einen Einnahmenüberschuss von 419000 Franken vor. Im Rahmen dieser Prognose hätte der Steuerfuss von zehn auf acht Prozent gesenkt werden sollen.

Die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger schickten diesen Antrag jedoch bachab. An einer ausserordentlichen Kirchhöri muss nun ein überarbeiteter Voranschlag vorgelegt werden. Doch was führte zur Ablehnung? Ein Votant rechnete den Anwesenden vor, dass der Einnahmenüberschuss in der vorgelegten Höhe nur zustande gekommen war, da man fälschlicherweise von zehn Steuerfussprozenten ausging. Zusätzlich sei ein Buchungsfehler dazu gekommen. Ein ausserordentlicher Beitrag über 611000 Franken der Denkmalpflege an die Sanierungskosten der Kirche wurde nicht bei den ausserordentlichen Abschreibungen aufgeführt. Somit hätte man nicht von einer halben Million Überschuss ausgehen können, sondern von einem Mehraufwand von rund einer halben Million, so der Votant. Die beantragte Steuerfusssenkung müsse abgelehnt werden, um die Finanzlage der Kirchgemeinde nicht zusätzlich zu belasten.

Im Budget waren auch 150000 Franken Rückstellungen vorgesehen, die aufgelöst hätten werden sollen. Um die Folgen des Primatwechsels der Pensionskasse pkath zu finanzieren, hatte der Kirchenrat 2017 250000 Franken zurückgestellt. Der katholische Konfessionsteil hatte sich dann bereit erklärt, 50 Prozent der Summen den Kirchgemeinden zu übernehmen. Die Kirchgemeinde St. Mauritius Appenzell hätte eine freiwillige Zahlung an die pkath von 113000 Franken leisten müssen. Dies lehnte der Kirchenrat aber ab. Darum sollten die 150000 Franken im Budget aufgelöst werden. Ein «Akt der Solidarität» sei es, die freiwillige Zahlung zu leisten und der pkath beizutreten, hiess es an der Versammlung seitens der Kirchbürgerschaft.

Viel Arbeit kommt auf den neuen Rat zu

Es wartet viel Arbeit auf den neuen Kirchenverwaltungsrat. Und die Erwartungen sind gross. So wurde an den Rat an der Kirchhöri auch herangetragen, dafür zu sorgen, dass die Kreuzigungsgruppe an ihrer ursprünglichen Stelle in der Stephanskapelle wieder angebracht wird.

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