Der Nachthimmel zeigt die Frühlingssternbilder

Der Sternenhimmel im März 2014 Aufgang: 1. März: 7.09 Uhr MOZ 20. März: 6.30 Uhr MOZ 31. März: 7.09 MOSZ Untergang: 1. März: 18.03 Uhr MOZ 20. März: 18.29 Uhr MOZ 31. März: 19.

Hanspeter Steidle
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Bild: Hanspeter Steidle

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Der Sternenhimmel im März 2014

Aufgang:

1. März: 7.09 Uhr MOZ

20. März: 6.30 Uhr MOZ

31. März: 7.09 MOSZ

Untergang:

1. März: 18.03 Uhr MOZ

20. März: 18.29 Uhr MOZ

31. März: 19.46 MOSZ

MOZ = Mittlere Ortszeit

MOSZ = Mittlere Sommerortszeit

Neumond: Samstag, 1. März, im Sternbild Wassermann

Vollmond: Sonntag, 16. März, im Sternbild Löwe

Neumond: Sonntag, 30. März, im Sternbild Fische

MERKUR

Der Merkur kann im März nicht beobachtet werden.

VENUS

Die Venus geht während des ganzen Monats um circa 5.30 Uhr auf und kann am Morgenhimmel im Sternbild Steinbock beobachtet werden. Sie scheint sehr hell.

MARS

Der Mars geht Anfang März um ca. 22.30 Uhr auf und Ende März um ca. 20.45 Uhr. Er kann während der ganzen Nacht beobachtet werden.

JUPITER

Der Jupiter ist der Planet der ersten Nachthälfte. Er geht bald nach Mitternacht unter.

SATURN

Der Saturn geht kurz nach Mitternacht auf und kann bis in die frühen Morgenstunden beobachtet werden. Er steht mitten im Sternbild Waage.

STERNE UND MILCHSTRASSE

Im Osten zeigen sich die Frühlingssternbilder Jagdhunde, Löwe, Jungfrau, Becher und Haar der Berenice. Etwas westlich des Meridians sehen wir den Krebs mit dem offenen Sternhaufen Krippe in der Mitte des Sternbildes. Von der Wagendeichsel ausgehend ziehen wir einen Bogen bis zum hellen, auffälligen Stern Arktur. Vom Arktur aus ziehen wir den Bogen weiter und gelangen zum Stern Spica.

Spica ist der Hauptstern des Sternbildes Jungfrau. Es ist ein historisch und astronomisch interessanter Stern. Astronomisch besteht der Stern aus zwei Komponenten. Der Hauptstern wird von einem Begleiter umrundet. Beide Sterne sind sehr heiss: Der Hauptstern ist 22 400 Grad C heiss und hat eine Leuchtkraft von 13 500 Sonnen. Beide Sterne gehören zu den heissesten Sternen am Nachthimmel. Der Hauptstern hat die elffache Masse der Sonne und wird deshalb einmal als Supernova explodieren. Mit einer Distanz von circa 260 Lichtjahren besteht für uns Erdenbewohner keine Gammastrahlengefahr. Historisch galt der Stern Spica bei den Babyloniern als eine Göttin, die verehrt wurde. Bei den Ägyptern war Spica die Gottheit Isis, und in Indien wurde sie als Mutter des grossen Gottes Krishna angesehen. Bei den Persern war das ganze Sternbild eine Ähre, und die Griechen sahen in ihm eine Jungfrau. Ein grosser Teil der nördlichen Sternbilder basiert übrigens auf Sagen aus der griechischen Mythologie. Östlich des Sternbildes Löwe folgt eine nur schwach leuchtende Sterngruppe, als Haar der Berenice benannt worden. Hinter diesen Sternen wimmelt es von Galaxien. Das Haar der Berenice gehört zum sogenannten Virgo-Haufen, in dem sich 100 bis 200 grosse Galaxien und circa 2000 kleine Galaxien tummeln. Die Milchstrassen-Galaxie, in der wir «zu Hause» sind, gehört ebenfalls zum Virgo-Haufen. Mit einem Fernrohr lassen sich dort einige Galaxien beobachten. Der Virgo-Haufen hat einen Durchmesser von ca. 150 Millionen Lichtjahren.

Der Stern Arktur im Sternbild Bootes oder Bärenhüter hat seine letzte Lebensphase erreicht. Vielleicht existiert er heute nicht mehr, denn wir sehen ihn heute so, wie er vor 37 Jahren gewesen ist. Es gibt noch eine ganze Reihe solcher Kandidaten, von denen wir nicht wissen, ob sie heute noch existieren oder nicht, weil das Licht Jahre bis Jahrtausende unterwegs ist, bis es in unsere Fernrohre und Augen gelangt. Das Licht hat eine endliche Geschwindigkeit von circa 300 000 km pro Sekunde. Deshalb können wir Objekte am Himmel, deren Licht wir empfangen, nur in dem Zustand untersuchen, als ihr Licht «auf Reisen» ging. Viele dieser Objekte sind teilweise heute, im Jahr 2014, längst erloschen. Der Himmel ist eine astronomisch-archäologische Fundgrube für die Wissenschaft. Im Südwesten sind die Wintersternbilder noch deutlich zu sehen. In Horizontnähe blinkt der helle Stern Sirius, und die Sternbilder Kleiner Hund, Zwillinge, Fuhrmann und Orion sind noch bis fast Mitternacht zu sehen. Dazu noch steht der Planet Jupiter in den Zwillingen und kann bis zur Morgendämmerung gesehen werden. Die strahlend helle Venus im Sternbild Steinbock geht in den Morgenstunden im Osten auf und wird im März als heller Morgenstern leuchten.

STERNSCHNUPPEN

Aus den Regionen der Sternbilder Jungfrau, Wasserschlange und Löwe fliegen ab und zu Sternschnuppen über den Himmel. Nur wenige Sternschnuppen sind es, die im März über den Himmel huschen. Man muss Glück haben, um einmal eine Sternschnuppe zu sehen. Im April werden mehr Sternschnuppen über das Himmelszelt flitzen.

STERNBEOBACHTUNG

Die ersten drei Wochen sind für die Beobachtung von Sternen günstig, weil am 1. März Neumond ist. Ab circa 19. März bis Ende Monat ist die Zeit für Beobachtungen auch geeignet. Es lohnt sich, dunkle, klare Nächte für sogenannte Deep-Sky-Objekte ins Visier zu nehmen.

Bild: Hanspeter Steidle

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