Der Mörder war ein ganz anderer

ST.PETERZELL. Für ihren Theaterabend hat sich die Landjugend Neckertal am Samstag ein Krimitheater vorgenommen. In «Katharina die Kühne» ist nicht alles, wie es scheint, und der Mörder ist ein ganz unscheinbarer Hinterbänkler.

Michael Hug
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Kommissar Koller (Thomas Frei) und Putzfrau Käthi (Laura Alder).

Kommissar Koller (Thomas Frei) und Putzfrau Käthi (Laura Alder).

Der Schreck fährt Putzfrau – Raumpflegerin – Käthi Pfister (Laura Alder) ganz schön in die Glieder, als sie beim Saubermachen von Direktor Manz' Büro seine Leiche entdeckt. Doch noch konsternierter ist sie, als beim Eintreffen des Kommissars Heiri Koller (Thomas Frei) die Leiche verschwunden ist.

Stille und tote Liebhaber

Koller, stark verschnupft und darob ziemlich enerviert, macht sich mit Hilfe des Polizisten Stubenrauch sofort an die Arbeit, kann sich dabei aber kaum der gutgemeinten Einwürfe von Kätheli erwehren. Doch vor des Kommissars Beinahe-Nervenzusammenbruchs, scheint sich der Fall zu lösen, der Mörder ist die Leiche selbst, respektive, die verschwundene Leiche ist ein ganz anderer. Nämlich der Liebhaber von Direktor Manz' Gattin.

Aber dann wendet sich das Blatt, Katharina die Kühne hat ein paar Unregelmässigkeiten entdeckt und ahnt, wer der wahre Täter ist. Beweise gibt es keine, ein Geständnis muss es also richten. Käthi stellt dem vermuteten Mörder eine Falle, gerät dabei selbst in Todesgefahr, schliesslich aber erscheint die Polizei dann doch mal im richtigen Moment auf dem Platz und der unscheinbare Buchhalter Wegmann wird des Mordes überführt.

Nebst dem spannenden Krimi-Plot, der während des dreistündigen Spiels um einige Ecken führt, kommen aus der sauberen Firma des Herrn Manz noch einige andere delikate Einzelheiten ans Licht:

Wer turtelt da mit wem, wer sind die stillen und die toten Liebhaber, wer schreibt wem die «geheimen» Briefe, die Katharina allesamt im Papierkorb des Chefs findet.

Gespielt von WAM und Schaeppi

Die Krimikomödie «Katharina die Kühne» von Jack Popewell hat schon an manchen Orten für viel Gelächter gesorgt. Berühmte Darstellende wie Walter Andreas Müller und Ursula Schaeppi sind schon in die Rollen von Katharina und Kommissar Koller geschlüpft. Die Inszenierung der Theatergruppe der Landjugend Neckertal unter der Regie des bewährten Reto Freitag stand den TV-Aufführungen mit berühmten Namen in nichts nach. Ausserordentlich engagiert legten die sieben Darstellenden die drei Akte auf die Bühne. Der riesige Beifall des Publikums am Abend in der fast vollen St. Peterzeller Mehrzweckhalle galt dem pointierten Spiel, den gut verständlichen Dialogen und dem authentischen Auftreten aller Beteiligten. Ebenso muss dem OK des Unterhaltungsabends und den zahlreichen Helfenden ein grosses Kränzchen gewunden werden. In professioneller Weise funktionierten Ticketverkauf und Einlass, Moderation, Service, Küche, Bar oder die Tombola. Da haben die jungen Neckertalerinnen und Neckertaler ihren Vorbildern aus der ländlichen Vereins-Unterhaltungsszene gut zugeschaut.

Turbulent wird's auf der Bühne, als der genervte Kommissar fast durchdreht und beinahe selber einen Mord begeht (Bilder: Michael Hug)

Turbulent wird's auf der Bühne, als der genervte Kommissar fast durchdreht und beinahe selber einen Mord begeht (Bilder: Michael Hug)