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Der mit den Flammen tanzt

Hannes vo Wald ist in der Region für seine in vielerlei Hinsicht feurigen Bühnenauftritte bekannt. Bald vertritt er an einem Generationenanlass, der «Fête des Vignerons» in Vevey (VD), das Appenzellerland. Wie sein Auftritt dort etwa aussehen könnte, sehen Sie im Video.
Yann Lengacher
Hannes vo Wald ist im Umgang mit Feuer geübt. (Bild: Yann Lengacher)

Hannes vo Wald ist im Umgang mit Feuer geübt. (Bild: Yann Lengacher)

Für Hannes vo Wald lassen sich viele passenden Begriffe finden: Zauberer, Moderator, Komiker, Pyrotechniker oder Stelzenläufer. Hannes Irniger, wie der 55-Jährige aus Wald mit bürgerlichem Namen heisst, ist all das in einer Person vereint. In erster Linie aber eines: ein Lebenskünstler. Irniger geht heute dem Beruf nach, der ihm gefällt. Er beeindruckt als Hannes vo Wald mit Zaubertricks und Feuerkünsten, sorgt mit humoristischen Einlagen für Lacher. «Ich freue mich immer enorm, wenn ich mit meinen Auftritten Freude bereiten kann, das ‹fäget› noch heute.»

Das sagt Irniger nach einer Bühnenkarriere, die nunmehr seit 27 Jahren im Gange ist. Den Lehrerberuf, den er mehr aus Freude am Umgang mit Kindern denn an der Schule erlernt hatte, hat er schon längst an den Nagel gehängt. Die jüngeren Zuschauer schätzt er heute umso mehr:

«Kinder sind ehrlich und direkt. Ihre Blicke sind für mich Seelenhonig. Sie bringen mich ins Hier und Jetzt.»

Bald wird Irniger an der «Fête des Vignerons» in Vevey auftreten. An der Appenzeller Begrüssungsparade des Winzerfests wird Hannes vo Wald auf Stelzen als «Megaappenzeller» auflaufen. Mit anderen Kulturschaffenden aus Inner- und Ausserrhoden wird er ein Mini-Bloch über das Festgelände führen. Mehr zum Auftritt will er aber nicht verraten: «Wir haben eine Überraschung geplant.»

Die Ehre, den Kanton zu vertreten

Für Irniger ist es eine Ehre, die Appenzeller Kantone zu vertreten. Gerade weil er als Hannes vo Wald eine lustige Rolle einnimmt, möchte er ein positives Bild von den Appenzeller Kantonen vermitteln. Ohne dabei ins Lächerliche überzugehen: «Mir ist bewusst, dass sich die Leute anhand unseres Auftritts ein Bild vom Appenzellerland machen werden, unabhängig davon, ob ich eine Rolle spiele oder nicht.»

Am Westschweizer Winzerfest wird es nicht das erste Mal sein, dass er bei einem Event von nationaler Bedeutung dabei ist: So durfte er unter anderem an der Expo 02 und bei der Begrüssungsfeier nach der Wahl vom ehemaligen Bundesrat Hans-Rudolf Merz auftreten. Das ist mittlerweile schon über 15 Jahre her. Dass er auch heute noch als Bühnenkünstler gefragt ist, empfindet er als Privileg: «Ich bin an viele Anlässe und Orte gekommen, an denen ich sonst kaum je gewesen wäre.» Irniger weiss, dass Angebot und Nachfrage auch auf der Bühne bestimmende Faktoren sind, dass seine Karriere plötzlich vorbei sein könnte.

Nicht im Netz, aber beim Publikum

Pro Jahr tritt der Ausserrhoder rund 80- bis 100-mal auf, auch vor Erwachsenen. Am bekanntesten ist Irniger für sein Alterego Hannes vo Wald. Manchmal spielt er aber die aufgetakelte «Britsch Tschnnsohn» oder einen servierenden Franzosen. Er setzt seine Rollen gezielt ein und belebt diese mit Situationskomik. «Mit meinen Rollen kann ich mir je nach Publikum einen anderen Zugang zu den Zuschauern verschaffen», sagt Irniger. Ein Grund für seine anhaltende Beliebtheit könnte an der persönlichen Nähe liegen, die er bei seinen Auftritten zum Publikum aufbaut:

«Meistens kenne ich am Ende eines Auftritts die Namen der Zuschauer. Da sich diese so wahrgenommen fühlen, bleiben ihnen meine Auftritte in Erinnerung.»

Dazu komme, dass seine Art Humor auf positive Weise über der Gürtellinie liege. Das scheint man auch auf ausländischen Bühnen zu schätzen. Erst kürzlich war Irniger in Schweden auf seinen Stelzen unterwegs. Eine grosse internationale Karriere hat er aber nie angestrebt. «Engagements im Ausland habe ich immer nur angenommen, wenn sie sich mit der Familie oder Ferien vereinbaren liessen», sagt er. Mehr Auftritte würden auch mehr Büroarbeit bedeuten. Und die ist ihm ein Gräuel: «Ich muss Zeit in der Natur oder in der Werkstatt verbringen können. Der Computer ist nicht meine Welt.» Auch deswegen ist «Hannes vo Wald» nicht auf Social Media präsent.

Die Fête des Vignerons, ein Generationenanlass

Die Fête des Vignerons, zu Deutsch Winzerfest, findet nur einmal pro Generation in Vevey statt (letztmals 1999) und zählt zum immateriellen Kulturerbe der Unesco. Das Fest beginnt dieses Jahr am 18. Juli und dauert rund einen Monat. Es zelebriert den Waadtländer Weinbau und wartet mit diversen Aufführungen und Paraden auf. Am 9. August sind Inner- und Ausserrhoden als Gastkantone eingeladen.

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