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Der Mann hinter der Initiative

Paul Bannwart aus Steinegg will mit einer Einzelinitiative verhindern, dass der Lehrplan 21 in Innerrhoden eingeführt wird. Das letzte Wort hat die Landsgemeinde. Seine eigenen Kinder schickte Bannwart in eine katholische Privatschule.
Roger Fuchs
Paul Bannwart sitzt im Vorstand eines Vereins, der auch in St. Gallen gegen den Lehrplan 21 kämpft. (Bild: rf)

Paul Bannwart sitzt im Vorstand eines Vereins, der auch in St. Gallen gegen den Lehrplan 21 kämpft. (Bild: rf)

APPENZELL. Mit dem Lehrplan 21 sollen die deutschsprachigen Kantone erstmals einen gemeinsamen Lehrplan bekommen. Während in Appenzell Ausserrhoden der Regierungsrat bereits beschlossen hat, diesen auf das Schuljahr 2017/2018 einzuführen, regt sich in Appenzell Innerrhoden Widerstand. Paul Bannwart aus Appenzell Steinegg will mit einer Einzelinitiative die Einführung des Lehrplans 21 verhindern.

Konkret verlangt er in der Initiative, dass es weiterhin in der Hoheit des Kantons bleibe, den Lehrplan festzulegen. Auch will er, dass wie bis anhin in Jahrgangsklassen unterrichtet wird. Und es sollen im Lehrplan konkrete Fächer und Jahresziele festgeschrieben werden. Paul Bannwart nennt explizit die Fächer Deutsch, Fremdsprachen, Mathematik, Geschichte, Geographie, Natur und Technik, Zeichnen und Gestalten, Werken, Musik, Sport, Religion und Ethik. Im Lehrplan 21 ist dagegen die Rede von Fachbereichen und Kompetenzen.

Nicht kindergerecht

Paul Bannwart ist dreifacher Familienvater, 59 Jahre alt, Mitglied der SVP und Leiter Finanzen und Rechnungswesen bei einer ausserkantonalen Firma. Zudem sitzt er im Vorstand des Vereins für eine Starke Volksschule St. Gallen. Dieser Verein will auch im Kanton St. Gallen erreichen, dass der Lehrplan 21 nicht eingeführt wird. «Der Lehrplan 21 zementiert viele Missstände», sagt Bannwart. Die Deutsch- und Mathematikkenntnisse der Schülerinnen und Schüler würden noch schlechter, als sie schon seien. Mit dem neuen Lehrplan müssten sich die Kinder das Wissen teils selber aneignen. Bannwart: «Viele sind damit überfordert. Dadurch werden sie demotiviert.» Wenn die Kinder alles selbständig erarbeiten müssen, sei dies seiner Ansicht nach nicht kindgerecht. Und es brauche oft mehr Zeit, als wenn der Lehrer den Stoff erkläre. «Bildung ist der wichtigste Rohstoff, den wir in der Schweiz haben», sagt Paul Bannwart. Diesem gelte es Sorge zu tragen.

Zudem soll, und dies bringt Paul Bannwart als ein weiteres Argument, der neue Lehrplan nicht einfach stillschweigend und ohne Mitbestimmung der Bürger eingeführt werden. Erklärt das Büro des Grossen Rates die Initiative für gültig, kommt sie erst ins Parlament und nächstes Jahr vor die Landsgemeinde.

In Privatschule geschickt

Wie in Appenzell zu hören ist, hat Paul Bannwart seine eigenen Kinder – eine Tochter und zwei Söhne – bereits mit dem aktuellen Lehrplan nicht in die Volksschule geschickt. Grund dafür sei nicht der Lehrplan, sagt er. Und das Lehrpersonal in Innerrhoden leiste gute Arbeit. Doch er habe seine Kinder in eine katholische Schule schicken wollen. Deshalb hätten sie die Privatschule St. Michael in Oberriet besucht. Geführt wird diese gemäss Website von der Piusbruderschaft, einer als traditionell bekannten Priestervereinigung. Die beiden Söhne gingen später eine Zeit lang ans Gymnasium in Appenzell, einer machte dort auch die Matura.

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