Der Mammutfall

Vor 14 Jahren hatten fünf Geschäftsleute versucht, ins Trading-Geschäft einzusteigen und märchenhafte Gewinne zu erzielen. In London gerieten sie an einen Finanzbetrüger.

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Vor 14 Jahren hatten fünf Geschäftsleute versucht, ins Trading-Geschäft einzusteigen und märchenhafte Gewinne zu erzielen. In London gerieten sie an einen Finanzbetrüger. Um ins Geschäft zu kommen, wurden fiktive Kontoauszüge und sogenannte «Certificates of Deposits» (Depositen-Zertifikate) fabriziert – auf Geschäftspapier der UBS, das zu diesem Zweck gedruckt wurde.

Als UBS-Direktor ausgegeben

In einem Telefonat gab sich einer von ihnen gegenüber Dritten als UBS-Direktor aus. So sollte ein 17-Millionen-Dollar-Vermögen bei der UBS Zug vorgetäuscht werden. Zu Schaden kam niemand.

Die entlassene Staatsanwältin – seit Mai 2006 nicht mehr im Amt – ordnete ein zweifelhaftes Abholen von Akten im Fürstentum Liechtenstein an: Zwei Innerrhoder Polizisten fuhren mit einem der Beschuldigten nach Vaduz und beschlagnahmten in dessen Büro Akten. Dies führte zu diplomatischen Interventionen durch den Botschafter der fürstlichen Regierung in Bern. Die Innerrhoder Regierung musste sich entschuldigen.

Aufgrund einer Anzeige des Betroffenen liess die Innerrhoder Standeskommission (Regierung) den Vorfall von einem ausserordentlichen Staatsanwalt untersuchen.

Dieser kam zum Schluss, es habe sich um eine Verletzung fremder Gebietshoheit gehandelt, die zum Zeitpunkt der Untersuchung bereits verjährt gewesen sei.

Kosten zu Lasten des Staats

Über 200 000 Franken an Untersuchungskosten, Gerichtsgebühren, Verteidigungskosten und Genugtuungen für die beiden Freigesprochenen gehen nach den Freisprüchen zu Lasten des Staats. (mw)

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