Der Lockruf des schnellen Geldes

Kritische Töne zur «Sportsclinic» Ausgabe vom 7. November 2015 «Schlagabtausch zu Migros-Projekt» Ausgabe vom 11. November 2015 «Lehrer und Schüler wehren sich» Ausgabe vom 7. November 2015

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Zwölf Millionen Franken Schulden sind kein Pappenstiel. Aber lohnt es sich dafür Landschaft, Lebensqualität und die Existenz von Familien zu opfern? Wäre es nicht aufrechter und ehrlicher, appenzellischer auch, hinzustehen und diese Schulden unabhängig von Investoren aus eigener Kraft abzutragen? Ich habe meine Güterabwägung gemacht: die Parzelle 274 «Ob dem Holz» mit ihren rund 150 000 Quadratmetern Fläche ist Tafelsilber der Gemeinde, genau wie der «Kronenbüel». In meinen Augen wird sie mit diesem Baurechtsvertrag so gut wie verkauft. Und mit ihr ein gutes Stück Freiheit. Ich lehne ihn deshalb ab.

Emanuel Hörler

Holderenstr. 33, 9038 Rehetobel

Ja zum Baurecht für Sportsclinic!

Die Gewerbetreibenden und der Gewerbeverein Rehetobel bekennen sich zum Wohn- und Arbeitsplatz Rehetobel. Sie erhalten und schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze. Wenn an der öffentlichen Versammlung der Lesegesellschaft Dorf deren Präsidentin sich äussert, Zitat: «Die Sportsclinic könne von ihr aus auch anderswo gebaut werden, nur nicht im Rechtobel», dann frage ich mich, wie diese zum Dorf und dem Gewerbe steht. Jedes Mal wenn ein Geschäft oder Restaurant schliesst, wird dies zu Recht bedauert. Wir müssen alles daran setzen, um Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe zu erhalten und neu anzusiedeln, damit Arbeits- und Ausbildungsplätze erhalten bleiben und neue geschaffen werden. Ein gutes Beispiel ist das Alters- und Pflegeheim Krone, das mit 64 Angestellten, davon 8 Auszubildenden, vielen Einwohnerinnen und Einwohnern einen Arbeitsplatz bietet.

Vor Jahresfrist haben die politisch interessierten Parteien und Vereine an mehreren runden Tischen darum gerungen, wie Rehetobel aus der Schuldenfalle kommen könnte, auch die Lesegesellschaft Dorf war dabei. Das schäbige Angebot von 726 Franken pro Monat für ein Gebäude mit mehr als 20 Zimmern inklusive weiteren Räumen und Infrastruktur mit 2000 Quadratmetern Land, die von dem Projekt «Neustart» geboten wurden, zeigt klar auf, dass keine Wirtschaftlichkeit mit den bestehenden Gebäuden erreicht werden kann. Nun haben wir die Gelegenheit, mit dem Neubau der Sportsclinic und dessen Baurechtszins von jährlich 100 000 Franken über Jahre die Schulden zu reduzieren. Im weiteren werden Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen, und ein Teil wird Wohnsitz in unserer Gemeinde nehmen und Steuern zahlen, die ebenfalls zur Schuldentilgung verwendet werden können.

Die Parzelle «Ob dem Holz» ist bereits bebaut und kann mit einem Neubau in eine Wirtschaftliche Zukunft geführt werden. Mit Überzeugung ein Ja zum Baurechtsvertrag Sportsclinic.

Ruedi Schmid

Ettenberg 6

9038 Rehetobel

Was macht einen Ort attraktiv?

Was macht Lust, durch einen Ort zu flanieren, hier und da stehen zu bleiben, in die Schaufenster zu gucken, Leute vor Cafés sitzen zu sehen? Sind es regionale Einkaufszentren? In durchwegs künstlich beleuchteten Einkaufszentren versteckte Läden? Die braven, normierten Auslagen der ewiggleichen Ladenketten? Oder anders gefragt: Warum meinen Sie, ist der Dorfkern von Appenzell für Gäste von nah und fern so attraktiv? Wann kommen Besucherinnen, die auch Geld ausgeben, immer wieder? Weil ein Ort aussieht wie überall auf der Welt? Oder weil ein Ort seine historische Substanz liebt und pflegt und daraus geschickt auch materiellen Nutzen zieht? Liebe Herisauer Stimmberechtigte, stellen Sie sich diese Frage, unbedingt!

Gabriele und Jean-Pierre Barbey

Kasernenstr. 39a, 9100 Herisau

Welch ein Hohn?

An den Ortseinfahrten von Herisau prangen seit längerem Transparente, welche der Bevölkerung von nah und fern den Ort schmackhaft machen und Neugier wecken sollen mit dem Slogan «Alles und viel mehr…!» und dann auf die Homepage der Kantonshauptstadt hinweisen. Dort werde ich, sollte der Wille des Regierungsrats durchgesetzt werden, ab April 2016 jedoch keine Weiterbildungskurse mehr finden. Es stimmt mich traurig, aber auch wütend, als langjährige und begeisterte Sprachschülerin am BBZ bei einer äusserst engagierten Lehrerin ab dem kommenden Frühjahr gezwungen zu werden, an eine Schule nach St. Gallen wechseln zu müssen.

Auch habe ich früher schon Foto- und Computerkurse besucht und es immer sehr geschätzt, dass wir dieses Angebot in Herisau haben. Doch damit soll nun bald Schluss sein! Wie will Herisau denn seine Attraktivität steigern? Indem der Kanton für Hunderttausende von Franken Verkehrsinseln baut und Bäumchen pflanzt, jedoch für Weiterbildung kein Geld mehr aufwenden will? In einer Zeit, wo wir alle länger arbeiten müssen, daher auch länger geistig fit bleiben sollen!

Zudem, die Art und Weise, wie die Lehrerschaft des BBZ und letztlich auch wir Schüler von Herrn Rektor Schläpfer über diese doch recht einschneidende Entscheidung informiert wurden, ist alles andere als anständig, um nicht zu sagen, inakzeptabel! «Alles und viel mehr…!», nur leider nicht in Herisau.

Heide Lager

Robert-Walser-Strasse 11a

9100 Herisau

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