Der Leinwand-Panda bewegt sich

Eigentlich gaukelt unser Auge uns etwas vor. Was wir an der Kinoleinwand sehen, ist nämlich nicht ein fortlaufender Vorgang, sondern eine Unmenge einzelner, unbewegter Bilder. 24 Stück pro Sekunde, um genau zu sein.

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Eigentlich gaukelt unser Auge uns etwas vor. Was wir an der Kinoleinwand sehen, ist nämlich nicht ein fortlaufender Vorgang, sondern eine Unmenge einzelner, unbewegter Bilder. 24 Stück pro Sekunde, um genau zu sein. So viel Theorie muss im Kurs «Operateur im Kino» sein und kaum einer weiss darüber so viel wie Passerelle-Geschäftsführer Peter Bötschi. 20 Schülerinnen und Schüler lauschen gebannt, als er von der Erfindung des Films vor etwas mehr als hundert Jahren erzählt und der Fehleinschätzung der Gebrüder Lumière, die damals dachten, es würden sich wohl kaum grosse Menschenmassen von ihrer Entwicklung begeistern lassen. Genau das Gegenteil beweist der Besucheransturm aufs Wattwiler Kino, welches wiederum im Rahmen des Ferienpass-Angebots am Mittwochnachmittag kostenlos besucht werden kann. Weit über hundert Kinder sehen pro Vorführung den Film «Kim und die Wölfe», 20 besuchen zudem den Operateur-Kurs. Vom Arbeitsplatz von Matthias Strässle aus sehen sie das Kino aus einem anderen Blickwinkel und vor allem all die Apparaturen, die es braucht, um den «Kung Fu Panda» vom unbewegten Bild auf dem Zelluloid – praktisch «unzerknitterbar», wie der Geschäftsführer mit Krafteinsatz an der aufgespulten Folie demonstriert – zum kämpfenden Bär auf der Grossleinwand zu übertragen. Ob denn der Operateur selbst den Film während der Vorführung auch sehen und hören kann, möchten einige Jungs wissen. Matthias Strässle zeigt auf den Bildschirm und einen Lautstärkeregler. «Wenn ich aber zu laut mithöre, könnten die Besucher im kleinen Saal während einer leisen Szene dadurch gestört werden», so der Fachmann. Das Eindrücklichste an der Anlage ist und bleibt aber die grosse Spule, auf welcher die Spielfilme aufgerollt sind. «Solche Rollen sind zwar mittlerweile recht altertümlich», erzählt Peter Bötschi, «denn heute ist fast alles digital». (ohu)