Der Kunststoffsack ist gefragt

KIRCHBERG. Im Rahmen der Delegiertenversammlung genehmigten 38 Delegierte des Zweckverbandes Abfallverwertung Bazenheid das praktisch ausgeglichene Budget. Gleichzeitig wurden sie über verschiedene laufende Projekte informiert.

Martina Signer
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Claudio Bianculli Vorsitzender der Geschäftsleitung

Claudio Bianculli Vorsitzender der Geschäftsleitung

Von insgesamt 35 Verbandsgemeinden waren an der Delegiertenversammlung von Donnerstag im «Toggenburgerhof» 29 vertreten. Dies durch 38 von 49 Delegierten. Sie wurden nicht nur über die wichtigsten Zahlen betreffend des Budgets und der kommenden Investitionen (siehe Kasten) informiert, sondern auch bei den Themen Unterflurbehälter, KUH-Bag und neuste Abfall-App (siehe Zweittext) auf den aktuellsten Stand gebracht.

Anzahl Container steigt

Die Unterflurcontainer entsprechen laut Claudio Bianculi immer mehr einem Bedürfnis der Bürger, weil diese Entsorgungsmöglichkeit rund um die Uhr genutzt werden kann. Mittlerweile stehen rund 140 Unterflurbehälter in über der Hälfte aller Verbandsgemeinden im Einsatz. Bis Ende des Geschäftsjahres dürfte für fast alle Mitgliedgemeinden ein Konzept für die Einführung von Unterflurbehältern vorliegen. Basierend auf den Gemeindeplanungen wird sich im kommenden Jahr die Zahl der installierten Unterflurbehälter mehr als verdoppeln.

Grosse Gemeinden kritisch

Vertreter grosser Verbandsgemeinden äusserten sich kritisch wegen der Kosten. In Uzwil oder Wil müssten jeweils über 100 Unterflurbehälter installiert werden, damit es für die Bürger sinnvoll werde.

Deshalb seien sie noch kritisch gegenüber dem neuen System. Kurt Bauman erwiderte, bei den Investitionskosten sei man den Gemeinden schon sehr entgegengekommen. Das Angebot sei bereits gegenüber den ersten Rechnungen substanziell erhöht worden. Auch Claudio Bianculli sagte: «Wir beteiligen uns je nachdem auch an den Tiefbaukosten.» Denn der Tiefbau sei in grossen Städten meist problematisch. Ein Vertreter aus Ebnat-Kappel erwähnte, dass im ländlichen Gebiet nicht alles einfacher sei. Dennoch sei die Bevölkerung mit der Einführung des Systems mehrheitlich zufrieden.

Gemischte Kunststoffsammlung

Die Abfallzweckverbände ZAB und KVA Thurgau führten im Oktober gemeinsam die Sammlung von gemischten Kunststoffen aus Haushalten ein. Die Sammlung gemischter Verpackungskunststoffe ist als Ergänzung zu den bestehenden Sammlungen für PET- und Plastikflaschen und nicht als Konkurrenz gedacht, um eine grössere Menge Kunststoff in den Recyclingkreislauf zurückzuführen. Mit den Gebühren werden laut Claudio Bianculli die Kosten, die für den normalen Gebührensack wegfallen etwas kompensiert. Denn wenn der Kunststoffabfall nicht mehr im normalen Kehrichtsack landet, braucht man nur noch rund die Hälfte an gängigen Gebührensäcken. Der so genannte KUH-Bag kostet mit zwei Franken für einen 60-Liter-Sack weniger als ein Kehrichtsack gleicher Grösse. Anders als beim Kehrichtsack erfolgt die Materialrücknahme aber über ein Bringsystem.

Schon 5000 Rollen ausgeliefert

Erhältlich ist der neue Sack im ZAB-Verbandsgebiet an den üblichen Verkaufsstellen für Kehrichtsäcke (ausser Migros). Dazu kommen Verkaufsstellen bei den Easydrives in Bazenheid, Degersheim und Gossau. Eine aktuelle Liste der Verkaufs- und Rücknahmestellen findet sich auf der dafür eingerichteten Webseite.

Ausserdem ist dort genau beschrieben, was im Sack landen darf. So zum Beispiel auch Tetra-Paks oder Lebensmittelverpackungen.

Die Erfahrungen seien erfreulich. Mittlerweile konnte in den ZAB-Gemeinden ein Netz von rund 60 Verkaufsstellen und 15 Rücknahmestellen aufgebaut werden. «Nach rund sieben Wochen wurden bereits 5000 der KUH-Bag-Rollen ausgeliefert. Die gemischte Kunststoffsammlung scheint einem echten Bedürfnis der Bevölkerung zu entsprechen und entwickelt sich schon jetzt zu einer eigentlichen Erfolgsgeschichte.»

www.kuh-bag.ch www.zab.ch

Urs Corradini Marketing und Kommunikation (Bilder: Martina Signer)

Urs Corradini Marketing und Kommunikation (Bilder: Martina Signer)

Kurt Baumann Präsident des Verwaltungsrats

Kurt Baumann Präsident des Verwaltungsrats

Die Lancierung eines gebührenpflichtigen Kunststoffsacks scheint eine Erfolgsgeschichte zu werden. (Bild: pd)

Die Lancierung eines gebührenpflichtigen Kunststoffsacks scheint eine Erfolgsgeschichte zu werden. (Bild: pd)