«Der Kunde will hochwertige Sträusse schenken»

Ich mag meinen Beruf als Floristin vor allem, weil ich dabei kreativ sein kann. Dass ich mich im Blueme Lokal in Kirchberg selbständig gemacht habe, war aber auch ein bisschen Zufall. Im gleichen Haus hat früher meine Grossmutter gewohnt.

Aufgezeichnet von Ruben Schönenberger
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Angela Stadler in ihrem Blueme-Lokal in Kirchberg. (Bild: Ruben Schönenberger)

Angela Stadler in ihrem Blueme-Lokal in Kirchberg. (Bild: Ruben Schönenberger)

Ich mag meinen Beruf als Floristin vor allem, weil ich dabei kreativ sein kann. Dass ich mich im Blueme Lokal in Kirchberg selbständig gemacht habe, war aber auch ein bisschen Zufall. Im gleichen Haus hat früher meine Grossmutter gewohnt. Als sie ins Altersheim umzog, wollten wir das Haus nicht aus der Familie geben. Also haben wir uns für diese Lösung entschieden. Ich wohne und arbeite jetzt im gleichen Haus, das ist sehr praktisch. Erst recht, seit das erste Kind da ist. Den Schritt in die Selbständigkeit habe ich nie bereut.

Meine Blumen kaufe ich zum grössten Teil über die Blumenbörse Mörschwil. Dazu kommt noch eine Lieferung aus San Remo in Italien, wo ich bei Bedarf einmal die Woche bestellen kann. Vor allem bei Schnittblumen beziehungsweise der Zusammenstellung von solchen kann ich mich gegenüber den Grossverteilern abheben. Wenn jemand zum Beispiel einen Strauss verschenken will, möchte er etwas Hochwertiges, das extra zusammengestellt wurde. Nicht einfach einen Bund von 20 gleichen Blumen. Beim Preis habe ich aber gegen die Grossverteiler keine Chance. Oft können diese Blumen günstiger verkaufen, als ich sie überhaupt einkaufen kann.

Welche Schnittblumen ich kaufe, hängt auch mit der Saison zusammen, allerdings etwas zeitversetzt zur tatsächlichen Blüte. Jetzt, wo die Sonnenblumen in den Gärten noch sehr klein sind, werden sie im Laden schon nachgefragt. Ich binde aber nicht nur Blumensträusse zum Direktverkauf, auch bei Hochzeiten oder Trauerfällen biete ich Unterstützung an.

Wenn Mitte Oktober das zweite Kind kommt, werde ich den Laden bis zum Jahresende schliessen. Ich könnte zwar jemanden dafür beauftragen, aber wenn ich einen Stock weiter oben wohne und weiss, dass unten geöffnet ist, könnte ich nicht wirklich abschalten.