Der Kulturraum ist aufgerichtet

Anfang Woche hat sich auf der Baustelle beim Ackerhus in Ebnat-Kappel einiges getan: Innert zwei Tagen wurden die Holzwände aufgestellt und mit einem hölzernen Zeltdach gedeckt. Die Bauarbeiten sollten Ende Juli abgeschlossen sein.

Sabine Schmid
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Der in den vergangenen Tagen aufgestellte Anbau ist gänzlich aus einheimischem Holz gefertigt und weist ein Zeltdach auf. (Bild: pd)

Der in den vergangenen Tagen aufgestellte Anbau ist gänzlich aus einheimischem Holz gefertigt und weist ein Zeltdach auf. (Bild: pd)

EBNAT-KAPPEL. Die Spannung am Dienstag kurz vor 17 Uhr ist gross: Mitarbeiter einer Toggenburger Zimmerei passen den letzten der vier Gratsparren ein, welche das Zeltdach des neuen Anbaus des Ackerhus tragen. Die Freude, als die Last von den beiden Kränen genommen werden kann, steht den Zimmerleuten ins Gesicht geschrieben. Sie zaubert auch ein Lächeln ins Gesicht von Jörg Rüesch und Alina Sonea von der Kunstwerkstatt. Sie haben den Anbau geplant und gemeinsam mit der Holz Toggenburg AG die verwendeten Holzelemente entwickelt.

Aus einheimischem Holz

Den ganzen Dienstag lang waren die Zimmerleute mit dem Aufrichten des Anbaus beschäftigt. Zuerst wurden die Wandelemente montiert. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie ausschliesslich aus Holz bestehen. «Die Wände bleiben innen wie aussen unbehandelt», bemerkte Architekt Jörg Rüesch. Das heisst, dass sich diese im Laufe der Zeit farblich verändern. Aussen werden die Wände mit handgemachten Schindeln verkleidet. In den Innenwänden fallen die zahlreichen Löcher auf. Jörg Rüesch weist darauf hin, dass diese der Akustik dienen. «Sie sind direkt in die Wandelemente integriert, da es keine zusätzliche Verkleidung gibt». Wie gut die Akustik im Kulturraum, welcher auch für Konzerte genutzt wird, effektiv sein wird, lässt sich im Moment nicht genau sagen. «Wir haben bezüglich der Perforierung eng mit einem Akustiker zusammengearbeitet», erklärt Jörg Rüesch. Noch fehlt das grosse Fenster, das den Blick vom Kulturraum in die Natur ermöglicht. Es solle wirken, als ob man vom Raum aus ein Bild betrachte, führt Alina Sonea aus. Die grosse Scheibe ermöglicht aber auch den Blick nach innen, so dass eine Verbindung geschaffen wird. Auf dem Boden wird ein Eichenparkett gelegt.

Verbindung zum Ackerhus

Am Mittwoch war das Zeltdach geschlossen. In der nächsten Zeit wird der Anbau vollendet. Er steht an Stelle des ehemaligen Musiksaals, der noch zu einem Teil erhalten blieb. Er wird in Zukunft als Foyer dienen, welches bei Veranstaltungen beispielsweise für Apéros genutzt werden kann. Betreten werden kann der Anbau direkt durch eine Glastür von der Seite des Ackerhus. Darauf folgt eine Schiebetür, die in den Musiksaal führt. «Der Besucher schreitet dann genau in einer Achse auf den Mittelpunkt des Daches zu, der von innen zu sehen ist», erklärt Alina Sonea. Der neue Kulturraum sei gegenüber dem Ackerhus leicht nach hinten versetzt, fügt sie an. Damit wollte man erreichen, dass der Anbau im Hintergrund bleibt. Durch die Neigung der Fassade entsteht mit dem bestehenden Dach des Haupthauses eine Linie, die an Berge erinnert.

Konzerte ab November

Nun nehme das Projekt Formen an, freut sich Martin Baumann, Präsident der Albert-Edelmann-Stiftung, der Bauherrin. Er bestätigt, dass die Bauarbeiten planmässig vorankommen. Alles deute darauf hin, dass der Kulturraum, der Raum für 75 Sitzplätze in Konzertbestuhlung bietet, Ende November mit einem Anlass des Vereins Windbläss eingeweiht werden könne. Die beiden Hausorgeln, die ihren Platz im Kulturraum finden, werden derzeit restauriert.

Am 20. Juni besteht die Gelegenheit, die Baustelle zu besichtigen.

Der Kulturraum eignet sich für verschiedene Nutzungen.

Der Kulturraum eignet sich für verschiedene Nutzungen.

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