Der Kapellmeister wird Rektor

Mit dem heutigen Unterrichtsbeginn am Gymnasium St. Antonius in Appenzell nimmt auch der neue Rektor Roman Walker eine weitere berufliche Herausforderung in Angriff. «Ich freue mich darauf, ein Gymnasium in dieser Grösse und in diesem Umfeld zu leiten», sagt er zuversichtlich.

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Roman Walker steht seit dem 1. August dem Gymnasium St. Antonius in Appenzell als Rektor vor. (Bild: Bruno Eisenhut)

Roman Walker steht seit dem 1. August dem Gymnasium St. Antonius in Appenzell als Rektor vor. (Bild: Bruno Eisenhut)

Mit dem heutigen Unterrichtsbeginn am Gymnasium St. Antonius in Appenzell nimmt auch der neue Rektor Roman Walker eine weitere berufliche Herausforderung in Angriff. «Ich freue mich darauf, ein Gymnasium in dieser Grösse und in diesem Umfeld zu leiten», sagt er zuversichtlich. Das Gymnasium habe eine bewegte Zeit hinter sich. Walker erwähnt in diesem Zusammenhang den Todesfall einer Lehrkraft, aber auch die medial aufgeputschte Rektorwahl. Demnach habe er sich verschiedene Ziele für seine neue Aufgabe gesetzt.

Ein Ziel: Zusammenhalt fördern

Eines seiner grossen Ziele sei die Förderung und Pflege der guten Teamkultur unter den Lehrkräften. Denn: «Hohe Bildungskultur entsteht dann, wenn das Lehrpersonal gerne unterrichtet», ist der 42-Jährige überzeugt. Dies sei aber nur möglich, wenn die Voll- und Teilzeitlehrkräfte innerhalb einer vernetzten Gruppe gut funktionieren. Seinen Teil dazu beitragen will Roman Walker mit kontinuierlicher Präsenz. «Nicht jede unbedeutende Entscheidung soll meinen Bürotisch passieren, aber für die relevanten Probleme habe ich jederzeit ein offenes Ohr.» Weiter legt der künftige Rektor des Gymnasiums Wert auf Fingerspitzengefühl. Mit diesem will er überall dort eingreifen, wo er es als nötig empfindet. «Viele Abläufe sind eingespielt und laufen rund.» So hätten die erfahrenen Lehrpersonen bereits vieles für den Semesterstart vorbereitet. Walker spricht bildlich: «Bei einem gut fahrenden Hochseedampfer soll ein neuer Kapitän nicht sogleich das Ruder herumreissen.» Viel eher signalisiert «Kapitän» Roman Walker Bereitschaft zum Zuhören und Zuschauen. Sein Fazit: Wenn sich Lehrkräfte und Gymnasiasten wohl fühlen, fördert dies die Lust auf exzellente Leistung. Zudem spornt es an, mehr als das Minimalziel zu erreichen.

Von Engelberg nach Appenzell

Roman Walker ist ein aufgestellter Mensch, seine Fröhlichkeit steckt an. Vielleicht gerade deshalb, weil er sich in Appenzell und der Umgebung wohl fühlt. Mit dem Umzug vor knapp zwei Monaten vom zugerischen Walchwil in den Innerrhoder Hauptort endete für ihn und seine Familie eine schöne Zeit in der Zentralschweiz. Aber: «Wir haben uns bereits sehr gut eingelebt», räumt Walker ein.

In der Ostschweiz ist Roman Walker zwar aufgewachsen, seine berufliche Karriere startete er aber in Zug. Dort absolvierte er das Lehrerseminar, später unterrichtete er als Primar- und Sekundarlehrer. Berufsbegleitend bildete er sich zum Katecheten im Bistum St. Gallen aus. An der Musikhochschule Luzern schloss Roman Walker die Fachbereiche Sologesang, Chorleitung und Schulmusik auf Masterstufe ab. Während fünf Jahren war er zudem als Fachdidaktiklehrer, Chorleiter und Musiker am Lehrerseminar St. Michael in Zug tätig. Ab 2002 begleitete Walker den Aufbau des kantonalen Gymnasiums Menzingen im Fachbereich Musik.

Im Jahr 2008 folgte die Berufung zum ersten weltlichen Stiftskapellmeister an die Stiftsschule und an das Kloster Engelberg. Parallel zu seinem beruflichen Engagement hat Roman Walker verschiedene Chöre geleitet.

Netzwerk ohne Grenzen

Mit dem Umzug ins Appenzellerland beendete der verheiratete Vater von vier Kindern seine Tätigkeit als Chorleiter. «Aus zeitlichen Gründen», wie er begründet. Irgendwann könne er sich sich aber gut vorstellen, wieder einen Chor zu dirigieren. Walker ist ein Naturmensch. «Gerne lerne ich Land und Leute kennen», sagt er und schiebt nach, dass er bereits jetzt gut vernetzt sei. «Und zwar über die Kantonsgrenze hinaus.» Bruno Eisenhut