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Der Kampf eines Rauchers

Brosmete
Gianni Amstutz

Eigentlich habe ich keine Angst vor ihnen. Auch wenn viele Leute Panik verspüren, wenn sich die kleinen, achtbeinigen Tierchen nur schon in ihrer Nähe befinden. Das zeugt nicht von ausserordentlichem Mut meinerseits, zumal sie hierzulande nicht giftig und meistens eher klein sind. Die Rede ist natürlich von Spinnen.

Seit einem Monat arbeite ich nun aber in Herisau und musste einen spinnenfreien Raucherbalkon in Wil gegen einen neuen Raucherplatz vor der Redaktion tauschen. Nicht nur, dass ich jetzt für jede Zigarette treppenlaufen muss, was dem Rauchen immerhin noch einen für die Gesundheit positiven Aspekt verleiht, ich muss auch jedes Mal durch einen mit Spinnen verseuchten Weg gehen. Nun sind dies aber keine normalen Spinnen, die auf der Jagd nach Insekten sind. Mir scheint es vielmehr, als wollten die hier ansässigen Spinnenarten mich und andere Raucher mit ihren Netzen einfangen. Wieso sonst sollten sie ihre Netze quer über den Gehweg spannen, was zur Folge hat, dass ich jeweils blindlings in sie hineinlaufe. Nicht das schönste Gefühl, wenn einem plötzlich ein Spinnennetz mitsamt Spinne im Gesicht klebt. Auch die Spinnentierchen, deren Netze ich zerstöre, dürften nicht gerade in Glücksgefühle ausgebrochen sein.

Nachdem mir dies einige Male passiert war, achtete ich fortan natürlich besonders genau darauf, ob Spinnennetze den Weg zum Rauchgenuss erschwerten. Je nach Sonneneinstrahlung oder dem Wegbleiben ebendieser blieben die Netze für mich jedoch weiterhin unsichtbar. Mit dem immer gleichen Ergebnis.

Zeit für einen Strategiewechsel: Wenn ich jetzt durch den «Spinnenweg» gehe, halte ich meine Arme schützend vor mein Gesicht. Der Anblick, wie ich so vor mich hin tastend den Weg passiere, mag etwas merkwürdig sein, die Taktik erfüllt aber ihren Zweck. Sie verhindert zwar nicht, dass beim Rauchen noch ab und zu eine Spinne an mir hochkrabbelt, bewahrt mich aber vom äusserst unangenehmen Gefühl, mir das Spinnennetz aus den Haaren klauben zu müssen. Da nehme ich es in Kauf, dass meine Arbeitskollegen, die mich auf dem Weg zum Rauchen beobachten, mich bei diesem kuriosen Anblick wohl für verrückt halten.

Gianni Amstutz

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