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Der Heimaufenthalt als Kostenfalle

Das Leben in einem Alters- oder Pflegeheim geht ins Geld. An einer Curaviva-Veranstaltung haben Fachleute die Finanzierungsmöglichkeiten aufgezeigt und vor Stolpersteinen gewarnt.
Jesko Calderara

Der Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim kann für die Betroffenen und ihre Angehörigen schwerwiegende finanzielle Folgen haben. Nicht selten löst der Schritt Existenzängste aus. Mit solchen Situationen ist Jacqueline Gavrani berufshalber oft konfrontiert. Die Leiterin Sozialberatung der Pro Senectute AR sprach am Dienstagabend im Lindensaal in Teufen an einer Veranstaltung von Curaviva Appenzellerland zum Thema «Wie finanziere ich meinen Heimaufenthalt?».

Laut Gavrani gibt es dazu drei Pfeiler. Bewohner müssen sich mit höchstens Fr.21.60 pro Tag an den Pflegekosten beteiligen.Ist das Einkommen zu niedrig, wird jährlich zusätzlich bis zu 20 Prozent des Vermögens eingesetzt. Den Rest übernehmen die Krankenkassen und die Gemeinden. Wenn diese Finanzierungsquellen nicht ausreichen, stehen AHV-Bezügern noch zwei weitere Möglichkeiten offen: Ergänzungsleistungen (EL) und Hilflosenentschädigungen. Insbesondere letztere Form der Unterstützung sei in der Öffentlichkeit eher unbekannt, sagte Gavrani. Vorgesehen ist sie für ältere Menschen, die im Alltag beispielsweise bei der Körperpflege, beim Essen oder beim Kleider anziehenauf Hilfe angewiesen sind. Hilflosenentschädigungen werden unabhängig von Einkommen und Vermögen gewährt. Anders liegt der Fall bei Ergänzungsleistungen. «Meiner Erfahrung nach gibt es aber eine Hemmschwelle, EL zu beantragen», sagte die Referentin. Zu Unrecht, wie Gavrani findet. Ergänzungsleistung seien schliesslich keine Almosen. Sie warnte in diesem Zusammenhang vor zwei Stolpersteinen. Schenkungen, auch wenn sie einige Zeit zurück lägen, würden bei der Berechnung des EL-Anspruchs berücksichtigt, so Gavrani. «Das gleiche gilt für Wohnrechte und Nutzniessungen.»

Leistungen vor Eintritt vergleichen

Im zweiten Teil des Abends gaben Fachleute Tips zur Auswahl eines geeigneten Alters- und Pflegeheims und was es bei finanziellen Angelegenheiten zu beachten gilt. «Wichtig ist, dem Bauchgefühl zu vertrauen und nachzufragen», sagte Yvonne Blättler, Leiterin der kantonalen Fachstelle Pflegheime und Spitex,auf eine Frage von Moderator Hanspeter Spörri, wie man ein passendes Heim findet. Empfehlenswert sei, die Leistungen zu vergleichen. Anschliessend wagteJacqueline Gavrani eine Einschätzung über die finanziellen Verhältnisse der älteren Generation. «Im Kanton beziehen zwölf Prozent der Bevölkerung Ergänzungsleistungen.» Anspruch darauf hätten jedoch noch mehr, unter Umständen sogar Hauseigentümer. Mit den staatlichen Unterstützungen sei ein Heimaufenthalt im Kanton für jedermann möglich, betonte Gavrani. Ein Heim dürfe aber nicht nur unter Kostenaspekten betrachtet werden, sagte der Geschäftsleiter des Alters- und PflegeheimsHaus Vorderdorf in Trogen, Ilir Selmanaj. «Die Lebensqualität muss im Zentrum stehen.»

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