Der Harry Potter der Pädagogen

Neue Schulmodelle und ein Referat über die Methode des neuseeländischen Pädagogen John Hattie standen im Mittelpunkt der Herbsttagung der Schulpräsidien-Konferenz in Heiden. Marlen Oggier aus Reute wurde in den Vorstand gewählt.

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Marlen Oggier gehört neu dem Vorstand an, Edith Beeler, Gemeindepräsidentin Wald, nahm erstmals an der Konferenz teil. (Bild: pd)

Marlen Oggier gehört neu dem Vorstand an, Edith Beeler, Gemeindepräsidentin Wald, nahm erstmals an der Konferenz teil. (Bild: pd)

HEIDEN. Die Ausserrhoder Schulpräsidien-Konferenz lud am Mittwoch zur Herbstkonferenz nach Heiden ins Hotel Linde ein. Hanspeter Hotz, Schulleiter von Heiden/Reute informierte über die Basisstufe und das altersdurchmischte Lernen. Diese Schulmodelle werden zurzeit in der Primarschule Heiden eingeführt. Als Ergänzung des Vorstandes und Vertretung des Vorderlandes wurde Marlen Oggier aus Reute gewählt.

Regisseur statt Moderator

Neben den ordentlichen Geschäften interessierte vor allem das Referat. Philipp Schmid, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Pädagogischen Hochschule FHNW bezeichnete den Neuseeländer John Hattie als den Harry Potter der Pädagogen. Die Studie befasst sich mit einer Methode, welche Lernerfolge sichtbar macht, (Visible Learning) sie leitet daraus Kernaussagen ab, welche einen positiven Einfluss auf die Lernleistung haben. Die beiden Bücher von John Hattie sind seit dem Erscheinen (2009 und 2012) in Fachkreisen in aller Munde. Kernaussagen sind etwa: Regisseur nicht Moderator sein. Erfolgreiche Lehrpersonen sind besonders effektiv, wenn sie als Regisseurinnen und Regisseurin den Unterricht planen und dirigieren. Sie geben häufig Feedbacks welche von Lob, Tadel und Noten getrennt sind. Ein Perspektivenwechsel stärkt den Unterricht und das Lernen (Lehrpersonen sehen durch die Augen des Schülers) Einen stark positiven Einfluss auf die Lernleistung hat zudem eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung, ein guter Klassenzusammenhalt und eine Lehrperson, die klare Ziele und Erwartungen vorgibt. Am Nachmittag richtete der Bildungsdirektor Alfred Stricker seine Grussworte an die Konferenz. Er freue sich auf eine kritische, konstruktive und zielgerichtete Zusammenarbeit, damit beste Rahmenbedingungen für das Bildungswesen im Kanton bestehen. Anschliessend folgten Informationen aus dem Departement Bildung zum Stand der Einführung der Schulverwaltungssoftware in den Gemeinden und zur Schulinformatik. Bei der Einführung des Lehrplans 21 und der Aufgleisung der Weiterbildungen für Lehrpersonen sei man auf Kurs. Die Totalrevision des kantonalen Volksschulgesetzes stehe mittelfristig an und die Themen Frühförderung, Migration/Sprachintegration wurden angesprochen.

Sinkende Schülerzahl

Michael Zurwerra berichtete über aktuelle Projekte der Kantonsschule Trogen, Michael Weber als Vertreter des LehrerInnenverbandes über ihre Anliegen zum Berufsauftrag und zur Altersentlastung. Daniel Pfister von der Musikschule Appenzeller Vorderland erwähnte die sinkenden Schülerzahlen. (pd)