Der Güggel ist die Suchmaschine

Mit zweimal vollem Haus beging das Bergbluemechörli Bächli am Wochenende seine Unterhaltungsabende. Es war eine bunte Show mit viel gesungenen Liedern und gespieltem Schabernack. Unterstützt wurde das Bergbluemechörli von verschiedenen befreundeten Formationen.

Michael Hug
Drucken
Teilen
Die Männer vom Bergbluemechörli unterbrechen das Schauspiel mit einem «Lumpeliedli». (Bilder: Michael Hug)

Die Männer vom Bergbluemechörli unterbrechen das Schauspiel mit einem «Lumpeliedli». (Bilder: Michael Hug)

HEMBERG. Der Abend begann, wie er eigentlich immer beginnt: mit vielen Liedern. Das Bergbluemechörli sang «Chum zu mir» (Franz Stadelmann) und ein traditionelles Zäuerli. Dann, die erste Überraschung, durfte das Publikum im vollen «Dreieggli» das Duett Irene Näf/Christian Sturzenegger auf der Bühne geniessen. Die zweite Überraschung folgte auf den Fuss. Mit der Kapelle Sondewend hatten die Bächler die Dritten des nationalen Folklorenachwuchs-Wettbewerbs vom letzten Jahr verpflichten können. Das junge Trio aus Eggerstanden wurde seiner Reputation gerecht und ihr Lohn war tosender Applaus und Forderungen nach Zugaben.

Zugaben abgefordert

Nach «I dänk chli nah» (Ueli Moor) und «I Abend Gsunge» (Fred Kaufmann) forderte man auch vom Bergbluemechörli eine Zugabe ab – aber dann ging es kurz vor 22 Uhr in die grosse Pause. Das Sing- und Schauspiel, eigentlich ein Schwank, der immer wieder durch Lieder vom Chörli unterbrochen wurde, liess einiges erwarten. Es hatte sich herumgesprochen, dass die Eigenproduktion «Google» von Peter Lieberherr recht lustig und unterhaltsam sein würde. Die Handlung ist schnell erzählt: Ein Bauernpaar kauft sich einen Computer und erregt damit auch die Aufmerksamkeit des Einsiedlerbauern Köbeli.

Bauer Johann (Walter Jost) erkennt ziemlich bald, dass mit der Suchmaschine «Google» nicht nur das Hemberger Bergrennen «gegoogelt» werden kann. Sondern auch schöne und nackte Frauen und solche, die Anschluss suchen. Seine Frau (Mägi Knaus) möchte derweil die Aufmerksamkeit ihres Mannes lieber auf die Vorteile des «Internetz» lenken, was ihr aber nur bedingt gelingt. Im Gegenteil, Johann geht sogar so weit, dass er mit einer Dame aus dem «Internetz» ein Date eingeht. Einsiedler Köbeli (Johannes Jost) derweil versteht die Welt nicht mehr, denn auch er muss jetzt seine Kälber digital auf der Tierverkehrsdatenbank anmelden: «Mos denn im Joor zwängföfzeh jede letschthenderscht sonen Güggel ha!»

Güggel und Google

«Güggel» und «Google», das Missverständnis bildet noch einige Zeit viel Grund für Lachanfälle im Publikum. Doch dann wird die Lage ernst: Die per Güggel/Google vermittelte Blondine (Werner Knöpfel) kommt zum Date und Johann in die Bedrouille. Da schiebt er Köbeli vor, den Besuch zu empfangen. Der Ausgang ist absehbar, doch das Publikum wird noch eine ganze Weile auf die Folter gespannt. Denn der etwas langsam denkende Köbeli erfasst die Lage zuerst falsch, aber irgendwann merkt er dann doch noch, dass hier das Glück seines Lebens vor ihm steht. «Mehr passesch enad scho», sagt sie, und auch Köbeli gesteht: «Mer passt's au!»

«Ihr könnt noch bleiben»

Zum Schlussauftritt singt das Bergbluemechörli den «Bergbluemechörli-Blues». Es war schon eine Viertelstunde nach Mitternacht, als Chörlipräsidentin Mägi Knaus zum Abschluss sagte: «Ehr chönnd scho no chli bliibe.» Und sie blieben, die Hemberger und Bächler und die Fans aus der weiteren Umgebung, teilweise bis in den frühen Morgen.

Zum Tanz spielten am Freitag das Echo vom Druosbärg aus Schwyz und am Samstag das heimische Ländlerquartett Tanzboden aus Ebnat-Kappel.

Johann und Köbeli (Walter und Johannes Jost) googeln im «Internetz».

Johann und Köbeli (Walter und Johannes Jost) googeln im «Internetz».

Köbeli und seine Internetbekanntschaft (Werner Knöpfel).

Köbeli und seine Internetbekanntschaft (Werner Knöpfel).

Aktuelle Nachrichten