Der Goggeien dient als Sonnenuhr

Der Ebnat-Kappler Fritz Abderhalden hat in seinem Leben die vier Gipfel des Goggeien unzählige Male bestiegen. Dabei hat der frühere Pinselmacher festgestellt, dass der Berg seine Schatten ganz unterschiedlich wirft. Ein paar ältere Fotoaufnahmen von ihm belegen dies.

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STEIN. Im oberen Toggenburg leben die Leute in einer sehr vielfältigen Gegend. Auf der rechten Talseite liegt der Alpstein mit seinen drei Ketten und meist steilen Strukturen. Links des Tales sind die Churfirsten mit ganz anderen Formen. Eine Bergkette wie sie auf der ganzen Welt einmalig ist, aber beides Kalkgebirge. Talwärts folgen die Nagelfluhberge, einige haben ihre eigene, sich gleichende Form, wie etwa der Speer, der Stockberg und die Rigi in der Innerschweiz. Fast alle Gipfel unserer Gegend sind für Bergwanderer gut zu besteigen. Und dies mit nicht allzu grossen Touren. Es gibt aber auch viele Klettermöglichkeiten in den Toggenburger Bergen. Und mitten im Kreis dieser Berggruppen steht der Goggeien – der Hausberg und bisherige Wappenberg von Stein – mit seinen vier Gipfeln. Über den Goggeien schrieb der berühmte Geologe Albert Heim: «Er ist wohl der merkwürdigste und trotz genauer Untersuchung der am schwersten verständliche Kalkgipfel der Schweizer Nordalpen. Schon seine pyramidenförmige Gestalt mit vier sonderbaren Gipfelzähnen aus Schrattenkalk reimt sich nicht als Fortsetzung der Säntiswellen, denen er vorgelagert ist. Ganz plötzlich und unvermittelt erhebt er sich aus dem Tale. Er erregt vor allem des Geologen Verwunderung, da er über dem Flysch der subalpinen Eozänzone schwimmt.» Der Goggeien hat aber auch für Laien eine spezielle Form und Struktur – eine schöne, kleine Welt für sich. Zur Besteigung der Gipfel muss man allerdings etwas «kraxeln», beim vorderen Schärgipfel gar klettern. Durch seine freistehende Lage kann sein Schatten im Laufe des Tages auf alle Seiten fallen und fast immer ist seine Form schön auf die Landschaft projektiert. Er könnte fast als Sonnenuhr dienen. Der Goggeien (1631 m) ist ein Berg mit schönster Aussicht, aber trotzdem weg vom Hauptstrom der Touristen und Wandervögel. Die Aussicht vom Gipfel ins umgebende Bergpanorama mit dem Alpstein, den sieben Churfirsten, Mattstock, Speer und vielen anderen mehr, ist grandios. Um den Berg zu erklimmen, muss man aber während des letzten Aufstiegs aber trittsicher und schwindelfrei sein. Er ist aber für eine kleine Bergtour immer gut. (pd/red.)

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