Trotz schwierigem Jahr hält die Goba an ihrer Kalendertradition fest: Der neue Adventskalender zeigt sich mit bösen Fischen und furchteinflössenden Eulen

Die Appenzeller Goba AG hat am Mittwoch ihren alljährlichen Kalender präsentiert. Dieser zeigt zwar weihnachtliche Szenen, doch viele Komponenten sollen einfach zu Diskussionen anregen. Gefertigt hat ihn der Künstler Sebastian Fässler.

Astrid Zysset
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Gabriela Manser, Präsidentin des Verwaltungsrats der Goba AG, und Künstler Sebastian Fässler präsentieren den neuen Adventskalender.

Gabriela Manser, Präsidentin des Verwaltungsrats der Goba AG, und Künstler Sebastian Fässler präsentieren den neuen Adventskalender.

Bild: Astrid Zysset

Ein gewöhnlicher Adventskalender ist es nicht, den die Appenzeller Mineralquelle und Manufaktur, Goba AG, in diesem Jahr präsentiert. Am Mittwochmorgen wurde er in der Flauderei an der Hauptgasse in Appenzell der Öffentlichkeit vorgestellt. Und siehe da: In der von Sebastian Fässler gemalten Winterlandschaft finden sich nebst eines Christbaums und schlittelnden Katzen auch bösartige Fische und eine furchteinflössende Eule mit roten Augen. «Lediglich die typische Adventszeit darzustellen, war mir zu wenig», erklärt der Künstler sein Werk. Er wollte mehr. Er wollte einerseits das Geschehene des vergangenen Jahres verankern, andererseits auch die Fantasie anregen. «Wie feiern Fische denn Weihnachten? Eine solche Frage könnten sich Kinder beim Betrachten des Kalenders stellen – und das wiederum ermöglicht Diskussionen innerhalb der Familie», so Fässler.

«In schwierigen Zeiten wie der aktuellen Coronapandemie ist es besonders wichtig, dass auch anderes in unseren Köpfen Platz findet», ergänzt Gabriela Manser, Geschäftsleiterin und Präsidentin des Verwaltungsrates der Goba AG. Ein Adventskalender, der zum Diskurs anregt, sei dafür ideal. Der Kalender hat aber auch noch einen Lerneffekt: So findet sich hinter jedem Türchen ein Gegenstand oder ein Tier, das zugleich auf Italienisch und Französisch bezeichnet ist. Fässler verweist auf die nationale Vielsprachigkeit, die er damit dem Betrachter ins Bewusstsein rufen will.

Ein Kunstprojekt entwickelte sich zur Tradition

Seit 21 Jahren präsentiert die Goba AG pünktlich zur Vorweihnachtszeit einen eigenen Adventskalender. Diesen gestalten jeweils Kunstschaffende aus der Region. Heuer ist es mit Sebastian Fässler einer, der zugleich auch Nachbar der zur Goba AG gehörenden Flauderei ist. Der gelernte Goldschmied hat vor ein paar Jahren ein Haus an der Hauptgasse bezogen. Für ihn war es eine Ehre, als Gabriela Manser ihn für die Gestaltung des Kalenders anfragte. «Die Zusammenarbeit war toll. Einerseits bekam ich freie Hand, andererseits entwickelte sich aber auch vieles gemeinsam. Und das gefiel mir», so Fässler. Schliesslich wolle er niemandem seine Ideen aufzwingen. Ab sofort ist der Adventskalender in den Goba-Läden und ausgesuchten Fachgeschäften erhältlich.

Schwieriges Geschäftsjahr liegt hinter der Goba AG

Für Gabriela Manser mag die Tradition des Adventskalenders wohl auch eine willkommene Auflockerung im Geschäftsalltag sein. Das laufende Jahr ist aufgrund der Pandemie nämlich kein einfaches. Die Umsätze gingen zurück. Zahlen wolle sie keine angeben, erklärt Manser. Aber zum Vergleich: 2019 verkaufte das Unternehmen noch 20 Millionen Flaschen. Heuer dürften es bis zu 20 Prozent weniger sein. Die Verwaltungsratspräsidentin seufzt: «Und 2021 wird aller Voraussicht nach nicht viel besser laufen. Aber wir hoffen, dass wir im Jahr 2022 wieder an die Umsätze von 2019 herankommen werden.»

Dabei waren die Vorzeichen eigentlich gut: 2020 lancierte die Goba AG zahlreiche neue Produkte. So unter anderem das Flauder Yolo, ein neues Konfitürenglas oder auch – neu ab November erhältlich – die weichen Nidelzeltli. 2021 werde man aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Zeiten in puncto Neuheiten eher wieder etwas auf die Bremse treten, so Manser weiter. Die Energie werde einerseits in die Manufaktur als zweites Standbein wie auch in die Überarbeitung der klassischen Limonaden gesteckt. Diese sollen mit zehn Prozent weniger Zucker neu auf den Markt kommen.