Der gängigen Praxis beim Verkauf gefolgt

Gemäss bisheriger Praxis würden Bewilligungen des Kantonsforstamtes für Waldverkäufe einer öffentlichen Körperschaft in der Regel nur an eine ebenfalls öffentliche Körperschaft bewilligt, so Jürg Trümpler, Kantonsoberförster St. Gallen. Der Gebirgswald «Wolzen» sei eine Ausnahme.

Katharina Rutz
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Ebnat-Kappel. Gemäss dem Bundesgesetz über den Wald bedarf die Veräusserung von Wald einer Gemeinde oder von Korporationen einer kantonalen Bewilligung. Diese darf nur erteilt werden, wenn dadurch die Waldfunktionen nicht beeinträchtigt werden. Eine Interpellation im Kantonsrat warf, gestützt auf den Fall der Ortsgemeinde Wattwil, die Frage nach dem Einfluss von Gesetz und Forstorganen auf den Verkauf von Waldgrundstücken auf. Jürg Trümpler, Kantonsoberförster, verweist auf die Antwort der Regierung, wenn es um das Vorgehen des Kantonsforstamtes im Falle des Waldverkaufes an die Alpgenossenschaft Wolzen geht. Im Hinblick darauf, dass der Wald über Jahrzehnte hinweg bewirtschaftet und gepflegt werden müsse, werde ein öffentlich-rechtlicher Status der Waldeigentümer bevorzugt und als geeignetere Bewirtschafter betrachtet, so die Regierung.

Über Generationen erhalten

Diese Praxis erachtet Jürg Trümpler nach wie vor als sinnvoll, «da es darum geht, die Waldfunktionen über Generationen hinweg zu erhalten». Zwar kann der Forstdienst Pflegeeingriffe im Schutzwald vorschreiben sowie Einfluss auf die Wahl der Baumarten bei einer Aufforstung nehmen. «Weitergehende Anordnungen hinsichtlich Bewirtschaftung sind im Waldrecht nicht vorgesehen. Für Pflegeeingriffe zur Sicherstellung der Wohlfahrtsfunktion (Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie Ansprüche der Bevölkerung) entscheidet sich der Waldeigentümer beispielsweise selbständig», so die Haltung des Kantons. Hinsichtlich der ökologischen Belange würde das Gesetz nicht ausreichen, um alle Waldfunktionen sicherzustellen.

Ebnat-Kappel will Wald auch

Für die besagten 70 Hektaren Wald «Guetental» gibt es auch einen öffentlich-rechtlichen Interessenten. Die Gemeinde Ebnat-Kappel hat auch jetzt noch ein grosses Kaufinteresse an den 70 Hektaren Wald auf ihrem Gemeindegebiet (siehe Kasten). Der bereits von der Alpgenossenschaft gekaufte Gebirgswald «Wolzen» liegt hingegen nicht auf Ebnat-Kappler Boden. Jürg Trümpler bezeichnet den Waldverkauf an die private Alpgenossenschaft Wolzen als eine Ausnahme. «Die Käufer haben glaubhaft vermittelt, dass die Zufahrt durch dieses Waldstück die einzige zu ihren Alpen sei», erklärt er. Zudem seien die Alpweiden eng mit dem Wald verzahnt, was für die Natur gut sei, jedoch bei der Abparzellierung Schwierigkeiten verursache. «Das Verwaltungsgericht muss nun darüber befinden, ob grundsätzlich eine Änderung der Praxis in die Wege geleitet werden soll», so der Kantonsoberförster.

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