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Arbeiten künftig nicht mehr zusammen: Fredy Brunner, ehemaliger VR-Präsident der Appenzeller Bahnen und Dirketor Thomas Baumgartner. Bild: Ralph Ribi

Arbeiten künftig nicht mehr zusammen: Fredy Brunner, ehemaliger VR-Präsident der Appenzeller Bahnen und Dirketor Thomas Baumgartner. Bild: Ralph Ribi

Appenzeller Bahnen: Der emotionale Präsident tritt ab

Der neue Verwaltungsratspräsident der Appenzeller Bahnen heisst Ernst Boos. Er ersetzt Fredy Brunner. Ein weiteres Thema an der Generalversammlung ist der Verlust im Geschäftsjahr 2017.
Jesko Calderara

Die Appenzeller Bahnen (AB) stecken Mitten in einem Modernisierungsprozess. Veränderungen gibt es auch im Verwaltungsrat des Unternehmens. Dort kommt es zu personellen Rochaden. Aufgrund der bestehenden Alterslimite hatten AB-Verwaltungsratspräsident Fredy Brunner und Juan Felix Gut auf die diesjährige Generalversammlung hin vom Freitagabend in Appenzell ihren Rücktritt eingereicht. Dieter Wepf demissionierte dagegen aus privaten Gründen. Weil der AB-Verwaltungsrat schrittweise verkleinert und entpolitisiert werden soll, stellte zudem Andreas Gantenbein sein Mandat zur Verfügung. Der Waldstätter Gemeindepräsident vertrat im Gremium die Interessen der Gemeinden.

Zum Nachfolger von Brunner wählten die Anwesenden Ernst Boos. Dieser arbeitet noch bis Ende Jahr als Geschäftsführer der Regionalbahn Thurbo. Im AB-Verwaltungsrat arbeiten ab sofort zudem Markus Geyer und Daniel Weder mit.

Eine Amtszeit voller Höhepunkte

Vor den 350 anwesenden Aktionärinnen und Aktionären in der Aula Gringel würdigte Anita Dörler, Vizepräsidentin des AB-Verwaltungsrates die Verdienste von Brunner. Der ehemalige St. Galler Stadtrat hatte seit 2009 dem Verwaltungsrat angehört und wurde 2015 als VR-Präsident gewählt. Dessen Amtszeit sei voll gewesen von Höhepunkten, sagte Dörler. Als Beispiel nannte sie den Durchstich beim Ruckhaldetunnel. Solche Projekte hätten eine lange Vorgeschichte. Brunner habe jedoch ein grosses Engagement gezeigt, lobte Dörler. «Dadurch konnten einige Hürden eleganter und früher gemeistert werden.» Sie erwähnte mehrere Vorhaben, bei denen der scheidende Verwaltungsratspräsident die Geschäftsleitung unterstützte. Dies war unter anderem bei der Ortsdurchfahrt Teufen, beim Verkauf der Tochtergesellschaft Mercato Shop AG und beim Bau eines neuen Servicezentrums der Fall. Dörler hob zudem Brunners persönliche Eigenschaften hervor. Mit seiner emotionalen und charmanten Art habe er viel bewegen können, sagte die AB-Vizeverwaltungsratspräsidentin. «Gleichzeitig scheute Brunner Auseinandersetzungen nicht.» Um Kontinuität zu gewährleisten, wurden die bisherigen VR-Mitglieder Anita Dörler, Köbi Frei, Clemens Wick, Peter Jans und Thomas Rechsteiner im Amt bestätigt.

Die Appenzeller Bahnen blicken auf ein wechselhaftes Geschäftsjahr 2017 zurück. Zwar stieg die Zahl der beförderten Fahrgäste von 5,05 auf 5,16 Millionen. Das Bahnunternehmen erwirtschafteten jedoch einen Verlust von rund 3,6 Millionen Franken. Grund dafür sind Sonderfaktoren der Modernisierung, die das Ergebnis belasteten. Brunner erwähnte in diesem Zusammenhang unter anderem den Fahrzeugpark sowie die Depots Gais und Herisau, wo Restabschreibungen getätigt werden mussten. Auch die Inbetriebnahme der neuen Züge führt zu einem Mehraufwand, weil die Mitarbeitenden zusätzliche Schulungen benötigen.

Die angestrebte Erneuerung der AB verläuft aber nach Plan. Brunner wagte gar die Prognose, dass die Kosten für die Durchmesserlinie etwas unter dem Budget liegen werden. Die erwähnten Sondereffekte werden in den nächsten drei Jahren nochmals die Betriebsrechnung belasten. «Wie wir das finanzieren sollen, bereitet uns Sorgen.» Zur Zeit werden verschiedene Optionen geprüft.

Tunnelbau verläuft planmässig

In seinen Ausführungen ging AB-Direktor Thomas Baumgartner auf einige Meilensteine des vergangenen Jahres ein. Als Höhepunkt bezeichnete er den Durchstich beim Ruckhaldetunnel. Dieses Grossprojekt befindet sich terminlich und finanziell auf Kurs. Zur Zeit erfolgt der Ausbau. Im Oktober soll der Ruckhaldetunnel in Betrieb genommen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt verkehren auf der AB-Strecke von St. Gallen nach Teufen Ersatzbusse. Das Jahr 2017 stand darüber hinaus im Zeichen der Anschaffung der neuen Züge. Elf «Tangos» und fünf «Walzer» befinden sich im Bau oder auf Testfahrt. Die Aktionäre hatten vor der Generalversammlung die Gelegenheit, je einen «Tango» und «Walzer» von innen zu betrachten.

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