Der einzelne Lernende kostet 1000 Franken mehr

Die Kosten pro Lernenden sind zwischen 2008 und 2009 um über 1000 Franken gestiegen. Der Gesamtaufwand der Volksschule hingegen, dies geht aus dem Bildungsbericht AR hervor, bleibt in etwa unverändert.

Roger Fuchs
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ausserrhoden. Obschon der Kanton nicht Träger der Gemeindeschulen ist, beobachtet man deren Entwicklung mit Interesse, wie beim Departement Bildung zu erfahren ist. Fast gleichzeitig folgt aber auch der Hinweis, in der neuen Ausserrhoder Daten- und Faktenbroschüre 2010/11 seien die Kosten pro lernende Person und nicht die Gesamtkosten der Volksschule abgebildet. Letztere könnten dem Bildungsbericht «Volksschule Appenzell Ausserrhoden 2010 – 2015» entnommen werden.

Und dort heisst's: Die Gesamtaufwendungen für die Volksschule im Kanton Appenzell Ausserrhoden betrugen im Jahr 2007 105,4 Mio. Franken, im Jahr 2008 (erstes Jahr nach NFA) 105, 6 Mio. Franken.

Gesamtaufwand im Fokus

Betrachtet man die Entwicklung des Gesamtaufwandes Volksschule zwischen 2000 und 2008, ist dieser – so geht aus dem Bildungsbericht weiter hervor – um 14 Prozent gewachsen. Die Teuerung betrug in dieser Periode neun Prozent.

Demnach sei der teuerungsbereinigte Anstieg in Anbetracht der verschiedenen Qualitätssteigerungen und Entwicklungen in diesem Zeitraum moderat. Beziehe man jedoch die rückläufige Entwicklung der Zahl der Lernenden von insgesamt rund 14 Prozent mit ein, werde deutlich, dass sich bei relativ stabilen Gesamtaufwendungen die Kosten pro Lernenden erhöhten.

Ganz spezifisch wird die durchschnittliche Kostenentwicklung pro Lernenden und Stufe zwischen 2003 und 2008 aufgezeigt. Dies ist eine interessante Ergänzung zu den in der neuen Broschüre veröffentlichten Zahlen: Demnach betrugen im Jahr 2003 die Kosten pro Lernenden im Kindergarten 7600 Franken, in der Primarschulstufe 12 100 Franken und auf der Sekundarstufe 16 700 Franken.

Die Zahl der Lernenden ging zwischen 2003 und 2008 auf Stufe Kindergarten um 23 Prozent zurück, auf Stufe Primarschule um 12 Prozent. Einzig bei der Sekundarstufe I ist in besagter Zeitspanne ein Anstieg um zwei Prozent zu verzeichnen.

Aufwendungen kaum reduzieren

Deutlich räumt der Bildungsbericht mit dem Trugschluss «Weniger Kinder gleich weniger Kosten» auf.

Stattdessen heisst es: «Kosteneinsparungen aufgrund des Rückgangs der Lernenden in den Gemeinden sind beschränkt. Der Schülerrückgang macht die Schule (Kosten pro Lernenden) teurer.» Die kleinen Gemeinden mit meist einer bis drei Klassen pro Jahrgang könnten die Aufwendungen bei 1–2 weniger Lernenden pro Klasse kaum reduzieren.