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Der «Ehrliche John»: Thomas Edisons begabtester Maschinenbauer aus Heiden

Das Buch «Verkannte Visionäre. 24 Schweizer Lebensgeschichten» von Helmut Stalder stellt unbekannte Schweizer vor, die Bahnbrechendes geleistet haben. Darunter auch John Krüsi aus Heiden, ein enger Mitarbeiter von Thomas Edison.
Markus Fässler

AUSSERRHODEN. «Er begann auf der Schattenseite des Lebens und wurde zur Lichtgestalt: Der Appenzeller John Krüsi baute für Erfinder Thomas Edison den Phonographen und brachte die Glühbirne zum Leuchten.» Mit diesen Worten führt Autor Helmut Stalder in das Kapitel ein, in dem John Krüsi (1843–1899) vorgestellt wird. Krüsi ist eine von 24 Personen, die Stalder für sein Buch «Verkannte Visionäre. 24 Schweizer Lebensgeschichten» ausgesucht hat.

Mensch mit Tatendrang

Der Werdegang Krüsis erinnert den Leser stark an den «Amerikanischen Traum». Am 15. Mai 1843 als uneheliches Kind in Heiden zur Welt gekommen, wächst er in einem Waisenhaus in Speicher auf. «Nichts als ein armes, kleines Weberlein», beschreiben ihn Mitschüler. Doch Krüsi war ein talentierter Mensch mit Tatendrang. Nach einer Schlosserlehre und Weiterbildungen in Zürich absolvierte er Praktika in halb Europa, ehe er 1870 als 27-Jähriger nach Amerika auswanderte. Dort wurde er einer der ersten Mitarbeiter von Thomas Edison, der 1872 gerade eben eine Werkstatt in Newark (New Jersey) eröffnet hatte.

Blindes Vertrauen Edisons

Edison wurde rasch auf Krüsi aufmerksam und erkannte dessen Talent. Er machte ihn zum Leiter der Maschinenwerkstatt und später zum Chef des Labors. Der Erfinder nennt seinen Mitarbeiter aus Heiden «seinen begabtesten Maschinenbauer» und vertraute ihm blind, wenn es darum ging, Testmodelle zu bauen.

Autor Helmut Stalder beschreibt in seinem Buch eine solche Szene aus dem Jahr 1877: «Wieder so eine krude Skizze von Thomas Edison und ein Zettel mit dem Vermerk <Kruesi, make this!>.» Es handelte sich um den Prototypen eines Phonographen.

Krüsi war so loyal, dass ihn Mitarbeiter und Edison selber nur den «Honest John» («Ehrlichen John») nannten. So war der Heidler nach Meinung der Edison-Biographen Robert Friedl und Paul Israel entscheidend für Edisons Erfolge. «Wenn die Erfindungen, die herauskamen, nicht funktionierten, war es, weil sie schlecht waren, nicht weil sie schlecht gemacht waren. Und wenn die Ideen gut waren, so beweisen es die Produkte aus Krüsis Werkstatt», werden die beiden im Buch zitiert.

Vom «Weberlein» zum «König»

Der Heidler war denn auch massgeblich an einer Jahrhunderterfindung Edisons – der Glühbirne – beteiligt. Er experimentierte mit Platin- und Karbonfäden, fertigte mechanische Teile, testete Regulatoren, wie im Buch zu lesen ist. Krüsi erklomm eine Karrierestufe nach der anderen. Nach dem Ausstieg aus Edisons Firma baute er 1881 als Direktor der Teilfirma «Electric Tube» mit seiner «Kruesi-Tube» das erste Stromnetz in Manhattan. 1896 wurde er Chefingenieur bei General Electrics, dem grössten Elektronikkonzern der Welt. Im Alter von 55 Jahren starb Krüsi 1899. Sein Begräbnis sei dasjenige eines Königs gewesen, wie ein Freund Krüsis sagte.

John Krüsi, vom «armen, kleinen Weberlein» zum «König».

Helmut Stalder: «Verkannte Visionäre. 24 Schweizer Lebensgeschichten». Erschienen im Verlag Neue Zürcher Zeitung. ISBN 978-3-03823-715-0

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