Der Drache hat ausgefaucht

Zivilschützer demontierten gestern mit Vorschlaghammer und Schweissbrenner den legendären «Dagobert» im Herisauer Schwimmbad. Im Frühjahr wird ein Ersatz bereitstehen.

Karin Erni
Merken
Drucken
Teilen
Viel Körpereinsatz ist nötig, um die alte Wasserrutschbahn aus Stahl in ihre Einzelteile zu zerlegen. (Bild: ker)

Viel Körpereinsatz ist nötig, um die alte Wasserrutschbahn aus Stahl in ihre Einzelteile zu zerlegen. (Bild: ker)

HERISAU. Ein älterer Herisauer hält ein Farbfoto in die Höhe. Darauf ist ein feuerspuckender Drache in dunkler Nacht zu sehen. «Das war an der Einweihungsfeier von Dagobert im August 1982», so der Mann.

Unzählige Kinder haben in der Zwischenzeit auf der grossen Metallrutschbahn im Herisauer Schwimmbad Sonnenberg Spass gehabt. Nicht wenige haben sich an dem sperrigen Konstrukt schon einmal eine kleinere oder grössere Blessur geholt. Es sei aber glücklicherweise nie ein grösseres Unglück passiert, sagt der Leiter des Sportzentrums, Fredy Bechtiger. «Sonst hätten wir die Rutschbahn sicher schon früher demontiert.»

Zivilschutz gefordert

So durfte der Drache in Ruhe altern, bis die Beratungsstelle für Unfallverhütung empfahl, die Rutschbahn nicht mehr weiter zu betreiben. Eine Saison lang stand Dagobert noch eingerüstet im Schwimmbad, damit die Badegäste sich von ihm verabschieden konnten. Gestern hat nun sein letztes Stündchen geschlagen. Zivilschützer demontierten das Stahlmonster in stundenlanger Arbeit mit Schweissbrenner und Vorschlaghammer. Für die Zivilschützer eine willkommene Übung, für die Gemeinde eine günstige Art der Entsorgung. «Für das Altmetall erhalten wir sogar noch ein paar Franken an die Unkosten», so Bechtiger.

Neue Lösung ab Stange

Im Frühjahr war die Herisauer Bevölkerung aufgefordert worden, Ideen für eine Nachfolgelösung einzureichen. Es seien viele gute Vorschläge eingegangen, sagt Fredy Bechtiger. Die meisten hätten jedoch den Kostenrahmen weit überschritten. Eines steht fest: Ein Unikat wie Dagobert eines war, wird es nicht mehr geben. Man wolle dennoch etwas Spezielles anschaffen. «Wir haben zwei, drei mögliche Objekte, die wir in Betracht ziehen», so Bechtiger. Die Grösse entspreche in etwa dem alten Dagobert und es werde sicher wieder eine Rutschbahn sein. Das letzte Wort dazu hat der Einwohnerrat.