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Der Dieb kennt sein Revier

Wir haben einen Dieb in unserer Familie. Einen blitzgescheiten. Sein Revier kennt er auswendig. Die Türen und Fenster der Nachbarschaft hat er sich eingeprägt. Er weiss, wann wer aus dem Haus geht und wieder zurückkommt.
Stephanie Sonderegger
Bild: Stephanie Sonderegger

Bild: Stephanie Sonderegger

Wir haben einen Dieb in unserer Familie. Einen blitzgescheiten. Sein Revier kennt er auswendig. Die Türen und Fenster der Nachbarschaft hat er sich eingeprägt. Er weiss, wann wer aus dem Haus geht und wieder zurückkommt. Wenn sich eine Türe öffnet, wartet er hinter einer Ecke und horcht. Kurz bevor sie ins Schloss fällt, schlägt er zu. Er macht sich ganz dünn und schleicht unbemerkt durch die kleiner werdende Öffnung ins Innere der Wohnung. Nun rast sein Herz. Er weiss, dass er hier nicht zu Hause ist. Er weiss, dass es nicht in Ordnung ist, in fremde Wohnungen zu schleichen. Doch er hat sein Ziel klar vor Augen.

Aufmerksam schaut er sich um. Er mustert jede Ecke, er überprüft jeden Raum. Kein Hindernis ist ihm zu gross. Klettern, ducken und suchen – ja, das kann er gut. Er hört Schritte im Flur. Sie kommen näher. Schnell hinters Sofa, dort ist er sicher. Dort sieht ihn keiner. Ja, er kennt die Verstecke, er war schon oft hier. Die Schritte werden leiser. Die Gefahr entfernt sich. Glück gehabt! Die Suche geht weiter. Und er kann ihn schon erblicken, seinen Schatz. Fein säuberlich liegt die Beute an ihrem Platz. Er schnappt sie aus dem Körbchen. Sanft setzt er einen Fuss vor den anderen, bloss keinen Lärm machen. Ein offenes Fenster, ja, das kommt ihm gelegen. Er springt hoch, quetscht sich durch die Öffnung. Sie ist schmal, doch es reicht. Dann blickt er sich um. Niemand ist in Sicht. Er macht sich auf den Weg nach Hause. Dort wird er seinen Fund in der Küche präsentieren. Direkt vor dem Frühstück. Auf den Augenblick freut er sich schon. Denn er liebt es, Mäuse zu stehlen. Weisse Fellmäuse zum Spielen. Von der Nachbarskatze. Ja, die mag er besonders gern, unser Kater Piper.

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