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Der deutsche Botschafter zu Gast an der Kantonsschule Trogen

Im Rahmen des Sondertages «Die Schweiz und die Welt» begrüsste die Kantonsschule Trogen am Dienstagnachmittag den deutschen Botschafter Norbert Riedel. In der Aula erzählte er von seinen Aufgaben im diplomatischen Dienst und stellte sich im Anschluss den kritischen Fragen der Schülerinnen und Schüler.
Claudio Weder
Der deutsche Botschafter Norbert Riedel bei seiner Ansprache in der Aula der Kantonsschule Trogen. (Bild: Claudio Weder)

Der deutsche Botschafter Norbert Riedel bei seiner Ansprache in der Aula der Kantonsschule Trogen. (Bild: Claudio Weder)

Seit zehn Jahren veranstaltet die Kantonsschule Trogen den Sondertag «Die Schweiz und die Welt». Während sich die Schülerinnen und Schüler im vergangenen Jahr mit Grossbritannien und dem Brexit beschäftigten, stand dieses Mal Deutschland im Zentrum. Obwohl: «Ursprünglich wäre die Kombination Frankreich und Deutschland geplant gewesen», sagt Geschichtslehrer Erich Fässler. Dies, weil es im Versailler Vertrag von 1919 schlicht nicht denkbar schien, beide Länder je an einen Tisch zu bringen.

Selbst hundert Jahre später gestaltet sich dies immer noch schwierig, wie die Schulleitung erfahren musste. Denn Paris hat entschieden, dass mit Rücksicht auf die Europawahlen vom Mai die Botschaftsangestellten sich nicht öffentlich zu europapolitischen Fragen äussern dürfen. Umso mehr freute sich die Schulleitung, dass sie den deutschen Botschafter Norbert Riedel als Ehrengast gewinnen konnte.

Riedel antwortet ehrlich und direkt

«Ich würde gerne ein paar Politiker hierher schicken zum Nachhilfeunterricht, denn ich bin überzeugt, dass sie von euch noch etwas lernen könnten», sagte der deutsche Botschafter, beeindruckt von der Präsentation, mit der die Lernenden des Ergänzungsfachs Geschichte das Nachmittagsprogramm in der Aula einleiteten.

Norbert Riedel vertritt seit Oktober 2017 die Interessen von 300000 Deutschen in der Schweiz. Sein Amt sei für ihn ein Privileg: «Hier in der Schweiz hat man als Botschafter eine Gelegenheit, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt.» Denn: Die Schweiz ist kein EU-Mitglied. Und das sei für Deutschland schon etwas Besonderes, schliesslich seien alle anderen Nachbarn Deutschlands Mitglied in der EU.

Im anschliessenden Podium wurde der deutsche Botschafter von den beiden Moderatoren mit Fragen gelöchert: zu seiner Arbeit als Botschafter, zur Beziehung Deutschland-Schweiz wie auch zur Beziehung Schweiz-EU. Auch das Publikum hatte Gelegenheit, Fragen zu stellen. Frei nach dem Motto «Es gibt keine Frage, die ihr nicht stellen dürft, und es gibt keine Fragen, die ich nicht beantworte», antwortete Riedel offen und direkt – selbst auf die Fragen, was er vom politischen System der Schweiz halte, oder ob er schon einmal eine Parkbusse erhalten habe.

Überfachliche Kompetenzen werden geschult

Am Sondertag haben die Lernenden des Ergänzungsfachs Geschichte, alle 5. Klassen des Gymnasiums sowie je eine Klasse der Fach- und Wirtschaftsmittelschule teilgenommen. «Ziel des Sondertages ist es, das komplexe Thema EU, das im normalen Stoffplan nicht ausreichend Platz findet, zu vertiefen», sagt Damiana Widmer, Lehrerin für Geschichte.

Dass dies auch bei den Lernenden ein Bedürfnis ist, zeigte eine im Vorfeld des Sondertages von den Lernenden des Ergänzungsfachs durchgeführte Umfrage. Laut dieser würde sich die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler wünschen, mehr über die Beziehungen der EU zur Schweiz – und auch zu Deutschland – zu erfahren. Diese Themen wurden dann auch in klassenübergreifenden Arbeitsgruppen am Vormittag behandelt. Insbesondere die Lernenden des Ergänzungsfachs profitierten darüber hinaus auch in überfachlicher Hinsicht. Sie wurden in die Gestaltung des Sondertages miteingebunden, begrüssten den Botschafter und moderierten das Podium.

Zur Person

Norbert Riedel wurde 1960 in Stuttgart geboren. Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann studierte er ab 1982 in Würzburg (D) und Caen (F) Rechtswissenschaften, 1989 promovierte er. 1991 trat Riedel in den Diplomatischen Dienst ein. Er arbeitete auf den deutschen Botschaften in Sofia, Lissabon und Peking. 2014 bis 2015 war Riedel Sonderbeauftragter für Cyber-Aussenpolitik sowie Beauftragter für Asien und Pazifik. Seit Oktober 2017 ist Riedel Botschafter der deutschen Bundesrepublik in der Schweiz und Liechtenstein. (wec)

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