Der Blaue Eisenhut – schön, aber giftig bis zur Spitze

Unter den Giftpflanzen Europas ist der Blaue Eisenhut (Aconitum Napellus) die bekannteste und vor allem giftigste Pflanze.

Bruno Eisenhut
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Sein Gift (Diterpenoid-Alkaloide, Aconitin und Pseudoaconitin) diente früher als Grundlage für Pfeilgift in der Jagd. Als Mordgift soll es ebenfalls geholfen haben. Aconitin wird hauptsächlich über die Schleimhäute, kann aber auch über die unverletzte Haut aufgenommen werden. Der Kontakt mit den Blüten oder anderen Pflanzenteilen soll darum von Kindern wie auch von Erwachsenen tunlichst vermieden werden. Auf der Haut bewirkt Aconitin zunächst ein Brennen, später völlige Taubheit. Es überwindet rasch die Blut-Hirnschranke und verzögert die Erregbarkeit von Nervenzellen. Zunächst wirkt das Gift also anregend und später lähmend auf die Nervenbahnen. Die für den Menschen tödliche Dosis von Aconitin liegt bei 4–10 Milligramm. In wässriger Lösung ist Aconitin instabil und zerfällt.

An Waldrändern

Der Blaue Eisenhut wächst mit Vorliebe auf humusreichen, halbschattigen und kalkreichen Böden. Diese sind kühl und naturfeucht. Die krautige Pflanze gehört zu den Hahnenfussgewächsen. Durch seinen nackten, kräftigen Stengel wird die Pflanze zwischen 40 und 150 Zentimeter hoch.

Für seinen Namen sind die dunkelblauen, helmartigen Blüten verantwortlich. Zwischen Juni und Oktober liegt die Blütezeit des Blauen Eisenhuts. Die Wurzel ist rübenartig verdickt. Während der Blütezeit entwickelt sich eine kleinere Tochterknolle, welche im nächsten Jahr die Pflanze bildet und aus der ehemaligen Mutterknolle Nährstoffe entnimmt. Der Blaue Eisenhut vermehrt sich also überwiegend vegetativ.

Naturschutz

In der Natur ist er selten geworden. Darum steht er unter Naturschutz. Aus der früheren ayurvedischen Medizin (wörtlich übersetzt Lebenswissenschaft) ist einiges über die Verwendung des Blauen Eisenhuts zu erfahren. Die Knollen sollen nach der Ernte zur Reinigung in Milch der heiligen Kühe eingelegt worden sein, heisst es. Darob soll der Wurzelknolle ihr heftiges Gift genommen worden sein.