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Der besondere Gast zum Schluss

Während rund 80 Gipfelgesprächen war Marlies Schoch in ihrem Gasthaus auf der Hundwiler Höhe die Gastgeberin. Für das letzte Gespräch wechselte sie die Rolle und erzählte dem grossen Publikum aus ihrem erlebnisreichen Leben.
Monika Egli
«Das waren die Gäste der letzten zehn Jahre», demonstriert Verleger und Gesprächsleiter Marcel Steiner. Marlies Schoch hat sie alle – und zwar seit 1992 – erlebt. Am letzten Freitag stand sie selber Red und Antwort. Mehr als 100 Personen vermochte sie in ihren Bann zu ziehen. (Bilder: Martina Basista)

«Das waren die Gäste der letzten zehn Jahre», demonstriert Verleger und Gesprächsleiter Marcel Steiner. Marlies Schoch hat sie alle – und zwar seit 1992 – erlebt. Am letzten Freitag stand sie selber Red und Antwort. Mehr als 100 Personen vermochte sie in ihren Bann zu ziehen. (Bilder: Martina Basista)

hundwil. «Die beste Wirtin der Schweiz», «Appenzeller Landesmutter», «Frau der Woche»: Die nationalen Medien haben Marlies Schoch, Wirtin auf der Hundwiler Höhe, längst entdeckt und mit allerlei schönen Titeln bedacht. Das mag mit ihrer Bodenständigkeit und Herzlichkeit, mit ihrer Art, die Dinge anzupacken statt darüber zu debattieren, mit ihrer Gelassenheit und Lebenserfahrung zu tun haben.

Vor allem aber sind es wohl ihre Authentizität und ihr Charisma, die den Menschen jeglicher Herkunft Geborgenheit vermitteln.

Seit 40 Jahren auf der «Höhe»

Zum letzten Gipfelgespräch am vergangenen Freitag war Marlies Schoch Gast von Marcel Steiner, Geschäftsleiter des Appenzeller Medienhauses und Verleger der Appenzeller Zeitung.

Mehr als 100 Personen – so viel Publikum hatte schon lange niemand mehr anzulocken vermocht – drängten sich in die Stuben des Berggasthauses. Sie kamen, den Reaktionen nach zu schliessen, alle auf ihre Kosten. Marlies Schochs Begabung zum Erzählen sorgte für gespanntes Zuhören und manches Lachen.

Geboren am 18. November 1940 (am Donnerstag hat sie ihren 70.

Geburtstag gefeiert), lebt und wirtet Marlies Schoch seit fast 40 Jahren auf der Hundwiler Höhe – was ursprünglich nicht ihre Absicht war. Aber wie mehrmals in ihrem Leben folgte sie den Winken des Schicksals, ohne lange zu fragen oder gar zu hadern, denn «ich nehme das Leben so, wie es ist.» Statt den eigenen Wunsch zu verwirklichen und in Afrika oder Amerika zu leben («ich wollte immer Platz um mich herum»), fiel ihr nach Vaters Tod die Hundwiler Höhe zu. Auch gut: «Platz und Raum bietet sich hier genug.

» Selbstverständlich gab und gibt es für Marlies Schoch auch ein Leben neben der Hundwiler Höhe – und was für eines! Sie, die eine Handelsschule in Neuenburg abschloss und das Lehrerdiplom erwarb, unterrichtete während zehn Jahren im kleinen Dorf Vasön im Taminatal. Von Marcel Steiner auf ihren Wikipedia-Eintrag angesprochen, der sie als «Frauenrechtlerin» beschreibt, gab sie ein Müsterchen zum besten, das viel Gelächter auslöste.

So habe sie die Lehrerstelle nur unter der Bedingung angenommen, dass man ihr den gleichen Lohn bezahle wie einem Mann. Den erhielt sie; sie wurde offiziell einfach als «Markus Schoch» geführt. Wohl mancher hörte zum erstenmal, dass Marlies Schoch eine weitgereiste Frau ist: Im marokkanischen Agadir leistete sie nach einem Erdbeben Aufbauhilfe, in Amerika war sei Co-Leiterin in einem Lager für jüdische Kinder, und Weltstädte wie New York, Shanghai und Hongkong waren bevorzugte Reisedestinationen.

«Ich mag einfach die Leute»

Marlies Schoch erzählte Anekdoten aus ihrer Jugend, zu der die Taxiprüfung ebenso gehörte wie das Haushaltslehrjahr in der Familie von Ernst Mühlemann. Aber auch auf der Hundwiler Höhe hat sie genug erlebt, um mehrere Bände damit zu füllen. Wer sie das nächste Mal antrifft, frage nach den Gefängnis-Ausbrechern, die bevorzugt ihr Gasthaus heimsuchten, nach der Geschichte mit dem Kachelofen, nach ihrer politischen Tätigkeit in Kantons- und Gemeinderat…

«Ich habe diesen Hügel gern. Es ist etwas Spezielles, hier oben zu sein», sagte Marlies Schoch zur Hundwiler Höhe. Und auf eine entsprechende Frage antwortete sie: «Ich mag einfach die Leute gut, und bei Personen, die mir auf die Nerven gehen, suche ich nach irgendeinem Punkt, der mir dann doch noch gefällt.» Das spürt man. Es ist nicht nur für Marlies Schoch etwas Spezielles, sich auf der Hundwiler Höhe im gleichnamigen Gasthaus aufzuhalten.

Das überaus gemütliche Gasthaus auf der Hundwiler Höhe aber bleibt.

Das überaus gemütliche Gasthaus auf der Hundwiler Höhe aber bleibt.

Die Ära der Gipfelgespräche ging am letzten Freitag mit einer erfolgreichen Dernière zu Ende.

Die Ära der Gipfelgespräche ging am letzten Freitag mit einer erfolgreichen Dernière zu Ende.

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