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Viele alte Bäume brauchen Hilfe

Einzelbäume haben im Appenzellerland seit jeher eine grosse Bedeutung und prägen das Landschaftsbild. Ihr Erhalt ist jedoch nicht immer ganz einfach.
Karin Erni
Ein altes Höckli im Lindenbühl Trogen.

Ein altes Höckli im Lindenbühl Trogen.

Wie man auf alten Bildern und Fotografien sehen kann, sind grosse Bäume im Appenzellerland schon seit Jahrhunderten landschaftsprägend. «Bei praktisch jedem Haus steht auf der Wetterseite mindestens ein stattlicher Baum als Wind- und Blitzschutz», sagt Andres Scholl, Leiter der kantonalen Fachstelle Natur und Landschaft. Einzelbäume wie Eschen, Linden oder Ahorn wurden früher traditionell auf Kreten und Kuppen als Schattenspender für das weidende Vieh gepflanzt. Die Bäume waren geschätzte Lieferanten von Obst, Nüsse, Bau- und Schnitzholz. In der heutigen Zeit ist diese Bedeutung indes weitgehend verloren gegangen.

Wichtiger ist dagegen der ökologische Wert der Bäume als Lebensraum für Vögel und Kleintiere geworden. Die borkige Rinde bietet einer Vielzahl von Insektenarten einen Lebensraum. Besonders alte Exemplare werden gerne von Flechten und Moosen besiedelt. Der positive Einfluss der Bäume auf das Landschaftsbild und damit für den Tourismus ist erkannt. Die wertvollsten Bäume des Kantons sind daher seit 1991 unter Schutz gestellt. Der Kanton überprüft von Zeit zu Zeit ihren Zustand und sucht mit den betroffenen Grundeigentümern nach Lösungen für den längerfristigen Erhalt der Bäume. Eigentümer sind grundsätzlich für Pflege und Unterhalt der geschützten Naturobjekte selber verantwortlich. Je nach Wichtigkeit und Zustand des Baumes werden in Absprache mit dem Besitzer allfällige Pflegemassnahmen oder eine Neupflanzung ausgehandelt. Da die Pflege von grossen und alten Bäumen aufwendig und auch gefährlich ist, wird sie geeigneterweise durch Spezialisten gemacht. Der Kanton kann die Baumbesitzer dabei mit Zuschüssen unterstützen. «Erfreulicherweise wird in den meisten Fällen zu den Bäumen Sorge getragen», sagt Scholl. «Viele Leute sind stolz auf einen schönen alten Baum, den vielleicht noch der Urgrossvater gepflanzt hat, und sind bereit, etwas dafür zu tun, auch wenn dem Besitzer die Baumriesen nicht immer nur Freude bereiten.»

Die Esche als Problembaum

Seit 2008 werden in der Schweiz markante Schäden und Welkesymptome an Eschen beobachtet. Die Bäume werden von einem Pilz geschwächt und manchmal sogar zum Absterben gebracht. Es gebe allerdings Unterschiede beim Befall, sagt Andres Scholl. «Einzel stehende Eschen sind erfahrungsgemäss resistenter gegen die Krankheit als solche im Wald.» Bei ersteren versucht man daher, mit geeigneten Pflegemassnahmen das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Falls das nicht möglich ist, werden Linden oder Ahornbäume als Ersatz gepflanzt.

Derzeit werden die wertvollen Einzelbäume im Appenzeller Hinterland von Fachleuten auf ihren Zustand überprüft und inventarisiert. Im nächsten Jahr sollen das Mittel- und Vorderland folgen. Ziel sei dabei nicht ein vermehrter Schutz, sagt Andres Scholl, sondern der Erhalt der landschaftsprägenden Einzelbäume in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Grundeigentümern.

Andres Scholl, Leiter kantonale Fachstelle für Natur- und Landschaftsschutz,Bild von 2018

Andres Scholl, Leiter kantonale Fachstelle für Natur- und Landschaftsschutz,Bild von 2018

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