Der Bahnhofplatz wandelt sich

Nach Pfingsten gilt's ernst: Der Bahnhofplatz erhält ein neues Gesicht. Zuerst werden sich die Buspassagiere umstellen müssen, weil Haltestellen verschoben werden. Die Unterführung zu den SBB-Zügen bleibt noch bis Ende 2016 offen.

Roger Berhalter
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Blick vom Rathausdach: Während der nächsten drei Jahre präsentiert sich der St. Galler Bahnhofplatz als Grossbaustelle. (Bild: Urs Bucher)

Blick vom Rathausdach: Während der nächsten drei Jahre präsentiert sich der St. Galler Bahnhofplatz als Grossbaustelle. (Bild: Urs Bucher)

Gebaut wird am Bahnhofplatz schon länger. Doch gestern gaben Stadträtin Patrizia Adam und Markus Geyer von den SBB noch einmal grünes Licht und luden Medien und Vertreter der beteiligten Planungs- und Baufirmen zu einem «symbolischen Baustart» vor Ort ein. «Die Bauarbeiten verliefen bisher ohne Probleme und in gutem Einvernehmen mit den Nachbarn», sagte Patrizia Adam.

Bisher wurde am Bahnhof vor allem vorbereitet und rückgebaut: Der VBSG-Pavillon auf dem Kornhausplatz steht nicht mehr, der Lämmler-Brunnen ist abtransportiert, eine Trafostation wurde neben dem Bahnhofsgebäude in den Boden gegraben und viele Kabel und Leitungen unterirdisch verlegt.

Busse müssen zügeln

Der kommende Dienstag markiert nun den Beginn der nächsten Bauphase des 120-Millionen-Projekts (siehe Chronik). Bis zum Herbst 2016 werden die Westseite des Bahnhofplatzes und die Kornhausstrasse sowie der Gleisbereich der Appenzeller Bahnen neu gestaltet. Damit es möglichst zügig vorwärtsgeht, müssen die Postauto- und Bushaltestellen vorübergehend an die St. Leonhard-Strasse (vis-à-vis Neumarkt) zügeln. Mitte August werden dort die ersten Busse halten. Auch die Haltestelle der Trogenerbahn wird vorübergehend verschoben und kommt zwischen August 2015 und Juni 2016 neben das Restaurant Dufour zu liegen.

Anfang nächsten Jahres kommen dann die SBB ins Spiel, die insgesamt 58 Millionen Franken in den neuen Bahnhof investieren. «Als ersten Projektteil nehmen wir Anfang 2016 das Bahnhofs- und Dienstgebäude in Angriff», sagte gestern Markus Geyer, Leiter der SBB-Infrastrukturprojekte. Er bezeichnete die geplante Ankunftshalle – einen gläsernen Kubus – als «architektonisch einmaligen Akzent», der mit seiner leichten, luftigen Art einen Kontrast zur bestehenden, schweren Architektur aus der Gründerzeit setzen werde.

Bratwürste und Sushi

Geyer verriet auch Neues zu den Mietern, die dereinst in den Bahnhof einziehen werden. So wolle man das Dienstgebäude bei der Westunterführung deutlich aufwerten. Coop plant dort einen 400 Quadratmeter grossen Lebensmittelladen. Zum Vergleich: Die neue Ladenpassage in der östlichen Rathausunterführung mit elf Geschäften wird 650 Quadratmeter gross werden. Neu sind dort auch die Bäckerei Schwyter, die Metzgerei Schmid, ein Migros- sowie ein Sushi-Restaurant vertreten.

Unterführung ein Jahr gesperrt

Apropos Ladenpassage: Die Rathausunterführung zu erneuern wird ein Knackpunkt des Grossprojekts sein. Um Zeit zu sparen, sperren die SBB die Unterführung ab Dezember 2016 ein ganzes Jahr lang. «Wir müssen sicherstellen, dass es alle Reisenden trotz der Sperrung rechtzeitig zu den Perrons und in die Züge schaffen», sagte Markus Geyer.

Verlaufen die Arbeiten nach Plan, halten alle Busse ab dem dritten Quartal 2017 wieder auf dem Bahnhofplatz. Bis Ende 2018 soll das Grossprojekt abgeschlossen sein.

«Einmaliger Akzent»: Die neue Ankunftshalle, ein gläserner Kubus, setzt einen Kontrast zur schweren Architektur vor Ort.

«Einmaliger Akzent»: Die neue Ankunftshalle, ein gläserner Kubus, setzt einen Kontrast zur schweren Architektur vor Ort.

Weniger Bänke, mehr Platz: Visualisierung der neuen Bahnhofhalle. Hier kommt auch das Reisezentrum mit Gepäckaufbewahrung zu liegen. (Bilder: pd)

Weniger Bänke, mehr Platz: Visualisierung der neuen Bahnhofhalle. Hier kommt auch das Reisezentrum mit Gepäckaufbewahrung zu liegen. (Bilder: pd)

Elf Ladengeschäfte: Die Rathausunterführung wird nach einer einjährigen Sperrung breiter sein und heller wirken.

Elf Ladengeschäfte: Die Rathausunterführung wird nach einer einjährigen Sperrung breiter sein und heller wirken.