Der Ausserrhoder Heimatschutz schenkt sich zum 110-jährigen Jubiläum eine Broschüre

Fast 100 Jahre nach der Erscheinung des Werkes «Das Appenzellerhaus und seine Schönheiten» von Salomon Schlatter gibt der Verein eine Faltbroschüre zum Thema heraus.

Karin Erni
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Die Autoren Stephan Flühler, Thomas Künzle, Otto Hugentobler und Thomas Fuchs.

Die Autoren Stephan Flühler, Thomas Künzle, Otto Hugentobler und Thomas Fuchs.

Bild: Karin Erni

Der handliche Leporello, den der Heimatschutz AR dieses Jahr herausgegeben hat, trägt den Titel «Bauidentität». Anhand von fünf Punkten werden die Besonderheiten der hiesigen Bautraditionen herausgeschält:

  1. Auf den ersten Blick sichtbar ist die Platzierung im Gelände: Das Appenzellerhaus scheint in der Landschaft zu sitzen und leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Landschaftsbild.
  2. Charakteristisch ist die Nutzung. Wohn und Wirtschaftsteil sind unter einem Dach, aber von aussen dennoch klar ablesbar.
  3. Ein weiterer Punkt umfasst die Volumetrie. Appenzellerhäuser sind kompakte einfache Volumen ohne Einschnitte und Balkone.
  4. Konstruktion und Materialisierung des Appenzellerhauses sind aus einheimischem Holz, das unbehandelte oder gestrichene Oberflächen aufweist.
  5. Die Gebäudegestaltung leitete sich ursprünglich von der Nutzung ab. Typisch sind eine horizontale Gliederung der Fassade durch Reihenfenster.

Alle fünf Punkte sind mit alten und neuen Beispielen aus dem ganzen Kanton illustriert. Diese können anhand der präzis platzierten Stecknadeln auf der Landkarte oder im Gelände gesucht werden. Autoren der Broschüre sind die Vorstandsmitglieder Stephan Flühler, Thomas Fuchs, Otto Hugentobler und Thomas Künzle.

Neue Vorstandsmitglieder gewählt

Zur 110. Mitgliederversammlung des Heimatschutz Appenzell Ausserrhoden konnte Obfrau Eva Louis im Alten Zeughaus Herisau knapp 40 Mitglieder und Gäste begrüssen. In ihrem Jahresbericht zeigte sie anhand verschiedener Beispiele die Tätigkeiten des Vereins auf. Diese umfassen Bauberatungen, Stellungnahmen sowie Einsprachen und Rekurse. Im abgelaufenen Jahr hat der Heimatschutz über 40'000 Franken Beiträge aus der Schindelkasse verteilt.

Eva Louis musste den Rücktritt der Vorstandsmitglieder Werner Büsser (Schwellbrunn), Rolf Lenz (Trogen) und Peter Wüthrich (Heiden) bekanntgeben. An ihrer Stelle wählte die Versammlung Edith Schmid-Sutter (Wolfhalden), Michael Hutter (Wienacht-Tobel), Bert Anderauer (Urnäsch) sowie Alex Zeller (Schwellbrunn).

Louis würdigte Alt-Obmann Emil Waldburger, der am 23. November 2019 verstorben ist. Er habe sich während seiner Amtszeit von 1963 bis 1970 unter anderem durch die Rettung des Urwaldhauses und des Türmlihauses in Bühler verdient gemacht.

Die Rechnung 2019 schliesst bei Erträgen von knapp 93'000 Franken mit einem Minus von knapp 2000 Franken. Das Budget für 2020 sieht bei Erträgen von knapp 94'000 Franken einen Verlust von 7200 Franken vor.