Deponie transparent gemacht

Am Montagabend hat die Gemeinde Nesslau-Krummenau und die Deponie Spitol AG im Büelensaal öffentlich über die in Neu St. Johann geplante Deponie für Bauabfälle und Aushubmaterial informiert und Fragen dazu beantwortet.

Matthias Giger
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NESSLAU. Jacques Grob von der Grob Kies AG ist Verwaltungsratspräsident der Deponie Spitol AG, welche die Grob Kies AG mit der Übernahme der Giezendanner AG erworben hat. Die Deponie Spitol AG plant den Betrieb einer Deponie für Bauabfälle und Aushubmaterial in Neu St. Johann am Standort Spitol an der Schwägalpstrasse. Dagegen hat sich schon bei der ersten Planauflage 2011 (siehe Kasten) Widerstand unter einigen der Anwohnerinnen und Anwohnern geregt. Jacques Grob arbeitet derzeit ein verbessertes Projekt aus, in welchem etliche Kritikpunkte der Einsprecher aufgenommen wurden. Zudem hat Jacques Grob – er verfügt als langjähriger Geschäftsleiter der Grob Kies AG über eine grosse Erfahrung – einige Planungsfehler ausgemacht und das neue Konzept entsprechend angepasst.

Zwei Kritikpunkte entkräftet

Gewichtigster Unterschied zum Vorgängerprojekt ist die Aufteilung der gesamten Auffüllung in einzelne Etappen. Insgesamt sollen 150 000 Kubikmeter Bauabfälle und Aushubmaterial, verteilt auf 20 Jahre, abgelagert werden. «Dadurch werden die Emissionen für die Anwohner klein gehalten und auf wenige Spitzentage verteilt», sagte Jacques Grob. Eine Radwaschanlage sorge dafür, dass die Lastwagen – im Jahresdurchschnitt fünf pro Tag, an Spitzentagen rund 50 pro Tag – keinen Dreck auf die Strasse bringen, so Jacques Grob.

Nicht gelten liess er die Argumente, diese Deponie sei unnötig und es gäbe bessere Standorte. Die öffentliche Hand habe einen Entsorgungsauftrag zu erfüllen und sei daher auf solche Deponien angewiesen. Aber es sei wie bei den Mobilfunkantennen. Jeder habe ein Handy und niemand wolle die Antenne vor der eigenen Haustüre. Zudem habe sich die Marktlage verändert. Heute würden dichtere Siedlungen gebaut. Dies führe zu mehr Aushubmaterial, auch in den Dörfern Nesslau und Neu St. Johann, aus welchen das meiste Material auf die Deponie kommen werde, so Jacques Grob. Auch dass im Spitol weitherum der geeignetste Standort liegt, konnte er überzeugend darlegen. Er wies darauf hin, dass solche Deponien an einer Kantonsstrasse liegen müssen und viele weitere Auflagen zu erfüllen sind.

Viele Fragen beantwortet

Ein Anwohner fragte, wie viele Bagger bei der Deponie im Einsatz sind. Jacques Grob sagte, dass dies von der jeweiligen Phase abhänge. Über einige Tage hinweg herrsche ein Betrieb wie auf einer Baustelle. Während des normalen Deponiebetriebs sei noch ein kleiner Bagger dort, der das Material verstosse, wenn dieses nicht von alleine da hin rutscht, wo es hin soll. Bei intensiven Anlieferungen würden rund 50 Lastwagen pro Tag fahren. Die Betriebszeiten im Sommer seien zwischen 6.30 und 17.30 Uhr, im Winter zwischen 7.30 und 16.30 Uhr, so Jacques Grob. Jemand wollte wissen, was man in 20 Jahren mache, wenn die Deponie Spitol definitiv voll sei. «Vielleicht gibt es bis dann andere Möglichkeiten, vielleicht hat sich dann auch der Baumarkt verändert und es fällt nicht mehr so viel Aushub an», antwortete Jacques Grob.

Ein Anwohner fragte, welchen Nutzen die Gemeinde von der Deponie hat. Gemeindepräsident Kilian Looser sagte, dass die Gemeinde keinen direkten Nutzen von der Deponie habe. Er wies darauf hin, dass jeder das Recht habe, ein Baugesuch zu stellen und der Gemeinderat die Genehmigungsbehörde ist. Jacques Grob verwies auf den Entsorgungsauftrag von Bund und Kanton.

Auf die Frage, was die Anwohner machen können, um sich zu wehren, wenn die Situation mit der Deponie schlimmer werde als man ihnen verspricht, antwortete der Gemeindepräsident: «Es ist nicht so, dass die Deponie Spitol AG mit der Genehmigung des Gemeinderats einen Blanco-Scheck erhält. Und es kann auch nicht sein, dass alle anderen wegschauen und wir euch im Stich lassen. Abgesehen davon gelten für solche Deponien grundsätzlich sehr strenge Auflagen.»

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