Denner zügelt aufs Heberlein-Areal

WATTWIL. Die Überbauung des Heberlein-Areals in Wattwil soll noch dieses Jahr beginnen. 2017 oder 2018 soll die Überbauung bezugsbereit sein. Unter anderem wird der Discounter Denner Ladenflächen belegen. Ferner entstehen Mietwohnungen im mittleren Preissegment.

Martin Knoepfel
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Das ehemalige Bürogebäude ist im Innern renovationsbedürftig, wie ein Blick durch ein Fenster zeigt. (Bild: Martin Knoepfel)

Das ehemalige Bürogebäude ist im Innern renovationsbedürftig, wie ein Blick durch ein Fenster zeigt. (Bild: Martin Knoepfel)

Die geplante Überbauung auf dem heute brachliegenden Heberlein-Areal beim Hotel Löwen in Wattwil soll 2017 oder 2018 bezugsbereit sein. Das kann man dem Internetauftritt der Firma Rimaplan entnehmen. Die Rimaplan AG aus Regensdorf bei Zürich fungiert als Totalunternehmerin (siehe Kasten) für dieses Projekt.

Weniger Wohnungen

Der Baubeginn ist für dieses Jahr vorgesehen, das genaue Datum steht aber noch nicht fest. Zu den Baukosten will die Firma nichts sagen. 2013 hatten Vertreter der Rimaplan die Baukosten noch auf rund 20 Millionen Franken beziffert.

Das Areal wird durch die Rietwies-, die Bahnhof- und die Ebnaterstrasse begrenzt. Die Firma preist im Internet das Objekt unter anderem mit Hinweis auf die gute verkehrsmässige Erschliessung von Wattwil an. Auf dem Heberlein-Areal sollen Läden, Büros und rund 40 Mietwohnungen, letztere im mittleren Preissegment, entstehen. Wie viele Wohnungen es geben wird, hängt von der Nachfrage nach Büroflächen ab, die grösser ist als ursprünglich angenommen. Ursprünglich war von 42 Wohnungen die Rede.

Verlust von Parkplätzen

In einer Visualisierung auf der Homepage von Rimaplan sieht man die Logos von Denner, Lidl und Takko an der geplanten Überbauung, wobei offenbar noch keine Verträge mit den beiden letztgenannten Firmen bestehen. Denner dürfte der für solche Überbauungen gesuchte Ankermieter sein. Der Discounter ist in Wattwil bisher mit einer Filiale an der Ebnaterstrasse und einem Satelliten an der Wattwilerstrasse in Ricken vertreten. Die Filiale wird in den Neubau im Heberlein-Areal gezügelt, wobei sich die Verkaufsfläche nach Auskunft der Denner-Medienstelle nicht wesentlich ändern wird. Die heutige Denner-Filiale wird bei der Sanierung und Umgestaltung der Ebnaterstrasse Parkplätze verlieren. Der Grund: Die heutigen Verkehrsvorschriften erlauben es nicht mehr, Parkplätze so anzulegen, dass man rückwärts aus dem Parkplatz auf eine Kantonsstrasse hinausfahren kann. Die Parkplatzsituation sei beim Standortwechsel sicherlich in die Überlegungen mit eingeflossen, hiess es bei der Medienstelle des Discounters. Denner prüfe laufend neue Standorte und Verkaufsflächen. In diesem Fall habe sich ein Umzug in die neue, zentral gelegene Überbauung angeboten.

Stört es Denner nicht, wenn eventuell ein Konkurrent im gleichen Komplex eine Filiale eröffnet? Die Nähe zu anderen Detailhändlern gebe es in der Schweiz oft. Von der Kundenfrequenz profitieren letztlich alle Anbieter, und Denner scheue keine Konkurrenz, antwortete Mediensprecher Thomas Kaderli. Wenn das Projekt realisiert wird, wird dieser Teil Wattwils quasi zur Discounter-Meile: Otto's und Aldi sind nicht fern. Bei Lidl war keine Auskunft erhältlich.

Eckgebäude bleibt erhalten

Die Neubauten erhalten Flachdächer und – ohne das Parterre – vier Stockwerke, wobei das Dachgeschoss etwas zurückgesetzt ist. In der Höhe orientieren sich die Neubauten am Eckhaus Bahnhof-/Ebnaterstrasse. Das frühere Bürogebäude von Heberlein steht unter Denkmalschutz. Es soll saniert und in die Überbauung integriert werden. Erhalten bleibt auch das heute von verschiedenen Firmen genutzte Gebäude an der Ebnaterstrasse 70.

Gegen die Ebnaterstrasse soll ein riegelartiger Bau mit 66 Metern Länge und 33 Metern Breite entstehen. An der Bahnhofstrasse ist ein fast würfelförmiges Gebäude mit einem Grundriss von 19 mal 23 Metern geplant. Die Gewerbeflächen betragen 2846 Quadratmeter und die Wohnflächen 5535 Quadratmeter. Gegen die Ebnaterstrasse erstreckt sich im Parterre über die ganze Gebäudelänge eine Mauer, unterbrochen von Hauseingängen.

Firmen aus der Region gefragt

Miklos Hedrich ist bei der Rimaplan zuständig für Medienkontakte. Er sagte gegenüber dieser Zeitung, dass die Rimaplan in der Regel Firmen aus der betreffenden Region berücksichtige, wenn diese preislich mithalten könnten. Das geschehe auch, weil man ein gutes Einvernehmen mit den betreffenden Gemeinden anstrebe. Man habe verschiedene Firmen aus Wattwil und Umgebung eingeladen, Offerten einzureichen.