Denkmalpflege will Beton sehen

Eine Einsprache gegen den Bau des Lifts vom Parkhaus Wolfhalden zur Galluskirche in Lichtensteig konnte erledigt werden. Im Dezember sollen die Aufträge vergeben werden. Stadtpräsident Mathias Müller hofft auf die Inbetriebnahme des Lifts im April 2015.

Martin Knoepfel
Merken
Drucken
Teilen
Die Strasse hinauf zur katholischen Kirche ist steil.

Die Strasse hinauf zur katholischen Kirche ist steil.

LICHTENSTEIG. Mit dem Lift zur Galluskirche in Lichtensteig geht es aufwärts. Das kann man den Mitteilungen der Gemeinde entnehmen. Eine Einsprache gegen das Projekt habe erledigt werden können. Im Dezember werde der Auftrag vergeben, heisst es.

Der Lift wird von der obersten Ebene des Parkhauses Wolfhalden die Passagiere ab April 2015 rund zwölf Meter in die Höhe bringen. Über einen Steg werden sie barrierefrei die Galluskirche oder den Friedhof erreichen. Der Steg wird nach Auskunft von Stadtpräsident Mathias Müller 16 Meter lang sein.

Steile Strasse mit Handlauf

Heute führt eine steile Strasse vom Parkhaus zur Kirche, wobei der Weg auf einer Seite mit Handläufen versehen ist. Für Kirchenbesucher gibt es einen Fahrservice. Die Parkplätze beim Friedhof reichen bei Bestattungen und Hochzeiten oft nicht. Einer der Kämpfer für den Lift ist Werner Lamprecht. Er ist auch einer der Freiwilligen des Fahrdienstes. Werner Lamprecht sagte gegenüber unserer Zeitung, er freue sich vor allem für die alten Leute, dass es nun mit dem Lift vorwärts gehe.

Der Lift werde breit genug für Rollstühle sein, sagt Mathias Müller. Die Idee des Lifts sei alt. Schon beim Bau des Parkhauses habe man sie erwogen, aber aus Kostengründen darauf verzichtet. Vorgesehen sei, das gleiche System wie beim Kindergarten Freudenau einzubauen. Der Lift des Kindergartens stammt von der Firma Högg.

Günstiger im Unterhalt

Dieser Lift fahre langsamer als andere Aufzüge, sei aber im Unterhalt günstiger, sagt Mathias Müller. Die Gemeinde bezahlt gemäss Angaben im Mitteilungsblatt vom Dezember 2012 30 000 Franken. Die Kirchgemeinden kommen zusammen für 120 000 Franken auf, wobei die Katholiken mehr bezahlen als die Evangelischen. Ferner löst die Parkhausbetreiberin Rückstellungen auf. Die Gemeinde habe die Auflagen der Denkmalpflege berücksichtigt, sagt Mathias Müller. Diese habe gewünscht, das Liftgebäude mit Betonplatten einzufassen, um es an die St. Galluskirche anzupassen. Diese stammt von 1970 und ist im Kulturgüterschutz-Inventar des Bundesamts für Bevölkerungsschutz vom 1. März 2014 als B-Objekt (regionale Bedeutung) aufgeführt. Die Einstufung erfolgt – im Gegensatz zu den A-Objekten (nationale Bedeutung) – jedoch nicht landesweit nach den gleichen Kriterien.

Die Visiere zeigen die Dimensionen des Liftturms. (Bilder: Martin Knoepfel)

Die Visiere zeigen die Dimensionen des Liftturms. (Bilder: Martin Knoepfel)