Den Zug besteigen ins Leben

TROGEN. «Bestens gerüstet für das Leben» entliess die Kantonsschule Trogen die Absolventinnen und Absolventen der Berufsfachschule und der Fachmittelschule. In feierlichem und munteren Rahmen wurden die Diplome übergeben.

Julia Nehmiz
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Viel Applaus gab es für die Absolventinnen und Absolventen bei der Zeugnisübergabe in der Kirche Trogen. (Bild: miz)

Viel Applaus gab es für die Absolventinnen und Absolventen bei der Zeugnisübergabe in der Kirche Trogen. (Bild: miz)

Die Kirche erstrahlt, als sich am frühen Freitagabend eine Festgemeinschaft zur Abschlussfeier der Berufsfachschule und Fachmittelschule Trogen versammelt. Junge Frauen in schicken Kleidern, junge Männer im dunklen Anzug, stolze Eltern, glücklich nervöse Schülerinnen und Schüler, die ab jetzt nicht mehr die Trogner Schulbank drücken müssen: Heute erhalten sie ihre Abschlusszeugnisse.

Rektor Willi Eugster blickt in seiner Rede auf die Anfänge der 1897 gegründeten «Merkantilabteilung» zurück, aus welcher die heutige Fachmittelschule entstand. Ein wenig Wehmut schwingt mit, ist es doch das letzte Mal, dass Eugster an so einer Feier als Rektor spricht. Doch im Mittelpunkt des heutigen Tages stehen die Absolventinnen und Absolventen, für sie sei es heute ein ganz spezieller Tag, der in Erinnerung bleiben soll. «Es ist wichtig, in den Lebensrucksack viele schöne Erinnerungen zu packen», sagt Eugster. «Ihr seid nun bestens gerüstet für das Leben, das wollen wir feiern.»

«Es ist vollbracht!»

Bevor die Zeugnisse überreicht werden, hält der Gastredner und ehemalige Schüler der Kantonsschule Trogen Aron Herz eine muntere Ansprache. «Omg, es ist vollbracht», rief er den Schülerinnen und Schülern zu. Er selber habe sich damals bei seinem Abschluss gefragt, wohin die Reise gehe.

Heute würde er gerne sagen, dass alles nach Plan verlaufen sei – «aber das stimmt nicht». Sein beruflicher Werdegang sei zwar ein ständiges Auf und Ab gewesen, aber lebendig – wie eine Fahrt mit der Trogenerbahn. «Euer Diplom ist euer Generalabonnement», sagt Herz, «ihr steht am Bahnhof, kennt nicht das eigentliche Ziel, müsst aber schnell in den Zug einsteigen». Einige fahren ins Ausland, andere steigen in einen Regionalzug, wieder andere in einen Schnellzug, einige vielleicht in einen Bummelzug – «die Optionen sind endlos».

Zum Abschied eine Rose

Herz zählt auf, was er seit seinem Schulabschluss alles gewesen sei: Student, Studienabbrecher, Ausländer, Hilfsarbeiter, Praktikant, wieder Student, Bewährungshelfer, Werbetexter, Ehemann, Vater, Autor – um nur einige seiner Stationen zu nennen. Heute schreibt er bei SRF für «Giacobbo/Müller». «Züge gibt es viele, in jedem ist ein Platz für Euch», sagt Herz abschliessend.

Die Diplomanden lassen die vergangenen drei Jahre Revue passieren vom ersten Schultag 2010 bis heute, erinnern an Klassenreisen, Praktika und Sprachaufenthalte.

Nach feierlichen musikalischen Einlagen, von den Absolventinnen und Absolventen gekonnt vorgetragen, werden unter viel Applaus die Zeugnisse überreicht und die Preise für die Besten vergeben. Zum Abschied bekommt jeder eine Rose – dann werden die ehemaligen Schülerinnen und Schüler «entlassen ins Leben».