Den Sinkflug gestoppt

2.-Ligist Herisau hat wie erhofft in neuer Umgebung Bodenhaftung gefunden und steigt morgen mit einer wenig veränderten Mannschaft in die Meisterschaft. Die Angriffsbesetzung hat das gleiche Prädikat wie die Vorbereitung: dünn.

Lukas Pfiffner
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Fussball. Zwei Abstiege und einen Beinahe-Abstieg (Ligaerhalt am grünen Tisch) galt es in Herisau 2008, 2009 und 2010 auf dem Weg vom stark «fremdgeprägten» 1.-Liga-Team zum Dorfclub zu verkraften. Zwar ging im Frühling 2011 in der regionalen 2. Liga nach dem 0:4 im Heimspiel gegen den überlegenen Aufsteiger Frauenfeld nicht mehr viel; und in Trainer Fabio «Fabinho» De Souza spricht der ehemalige Profi, wenn er sagt: «Mein persönliches Ziel ist immer der Aufstieg.» Aber aus Sicht der Vereinsführung gilt: Mit dem fünften Schlussrang unter 12 Mannschaften hat Herisau erstmals seit vier Jahren eine Saison befriedigend abgeschlossen. Es sei wie erhofft gelungen, mit eigenen Leuten den Sinkflug zu stoppen, blickt Präsident Patrik Kobler zurück.

Start gegen Wil

Vier Niederlagen in Folge gab es am Schluss der vergangenen Saison. Wenn nun morgen Samstag (16 Uhr, Ebnet) mit der Partie gegen Wils Nachwuchs die Meisterschaft in der Gruppe 2 wieder beginnt, sind immerhin noch sieben Kontrahenten die gleichen wie in der Saison 2010/11. Amriswil, Wängi, Rapperswil und Weinfelden ersetzen Frauenfeld, Weesen, Flawil und Glarus. Im Verein kommt es an der Hauptversammlung vom 25. August dagegen zu markanten Umstrukturierungen: Die traditionelle Untersektion Milan wird keinen eigenen Vorstand mehr haben. Und die Führungsspitze erlebt neuerliche personelle Veränderungen; Patrik Kobler tritt bereits wieder zurück (siehe «Befragt»).

«Nicht einfach»

«Ich denke, dass die Jungen in den vergangenen Monaten einen erneuten Schritt vorwärts machen konnten», meint Fabinho. Er arbeitet neu mit Philipp Riedener zusammen, nachdem der Brasilianer die Rückrunde ohne Assistent absolviert hat. Herisaus beste Torschützen der vergangenen Saison waren Benjamin Laimbacher (9 Treffer) und Fabio Durante (6), obwohl beide nur in der Vorrunde das FCH-Trikot trugen. Während Durante im Winter zum Ligakonkurrenten Sirnach wechselte, stand Laimbacher wegen eines Auslandaufenthaltes nicht mehr zur Verfügung. Die Hoffnung der Verantwortlichen, 2011/11 wieder auf ihn zählen zu können, zerschlugen sich: Laimbacher zieht aus beruflichen Gründen in die Innerschweiz. «Vorne haben wir eine Lücke. Aber es war und ist nicht einfach, starke Stürmer zu verpflichten», sagt Fabio De Souza. Dimitrios Simoglou ist zu den Senioren übergetreten, mit Veton Iseni gab es keine Einigung in Bezug auf eine weitere Zusammenarbeit. Zahlungskräftige und -willige Clubs sind unterdessen anderswo beheimatet, nicht mehr im Appenzeller Hinterland.

Zwei Routiniers bleiben

«Es hat im Kopf nicht gestimmt und in den Beinen auch nicht», sagt der Trainer im Rückblick auf das mit 0:2 verlorene Cupspiel beim 3.-Ligisten St. Otmar. Gewiss – mehrere Akteure fehlten; aber es zeigte sich: Wenn Herisau nur mit halber Konzentration zu Werke geht, kann es sein Spiel selbst gegen einen halbwegs motivierten Unterklassigen nicht durchsetzen. Grundsätzlich sollte Herisau in Abwehr und Aufbau punkto Quantität und Qualität gut genug besetzt sein, um eine ähnliche Rolle zu spielen wie 2010/11. Spielerische Impulse erhoffen sich die Verantwortlichen von Rückkehrer Diego Follador, der im Frühling wegen der Rekrutenschule gefehlt hat. «Sehr wichtig ist auch, dass Stefan Gysi und Dominik Scheidegger bei uns bleiben», erklärt Fabio De Souza. Der Torhüter und der Verteidiger sind zentrale Figuren und zwei der ganz wenigen Routiniers. Als «fast nicht existent» bezeichnet der Trainer die Vorbereitung. Wegen zahlreichen Ferien-Abwesenheiten absolvierte die Mannschaft im Prinzip nur ein einziges Testspiel (1:4 gegen Arbon vor zehn Tagen). Am Mittwoch fand eine interne Partie gegen Milan statt.

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