Den nächsten Schritt vor Augen

Ueli Rohner will künftig die Geschicke der Gemeinde Heiden bestimmen. Als einer von vier Bewerbern kandidiert am 12. April der Vizegemeindepräsident. Er setzt sich für den Ausbau des touristischen Angebots ein.

Jesko Calderara
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Ueli Rohner gehört seit 2006 dem Gemeinderat in Heiden an. Nun will er Gemeindepräsident werden. (Bild: cal)

Ueli Rohner gehört seit 2006 dem Gemeinderat in Heiden an. Nun will er Gemeindepräsident werden. (Bild: cal)

HEIDEN. Das Gemeindepräsidium in Heiden scheint zurzeit eine der begehrtesten Stellen in Ausserrhoden zu sein. Gleich vier Kandidaten bewerben sich für die Nachfolge von Norbert Näf, der nach zehnjähriger Amtszeit auf Ende Mai seinen Rücktritt eingereicht hat. Auch der bisherige Vizegemeindepräsident Ueli Rohner stellt sich am 12. April der Wahl und strebt gleichzeitig einen Kantonsratssitz an. «Für mich ist die Kandidatur ein logischer Schritt», sagt Rohner. Er habe sich in den letzten Jahren stark für das Wohl der Gemeinde eingesetzt und zahlreiche Projekte aufgegleist. Heiden in die Zukunft zu führen, reize ihn. Nach reiflicher Überlegung sei er deshalb zum Entschluss gekommen, anzutreten, sagt der 53-Jährige. «Zumal ich die politischen Abläufe kenne, in der Region gut vernetzt bin und über reichhaltige Erfahrung verfüge.» Als selbständiger Gartenbauer und früheres Geschäftsleitungsmitglied eines Gartenbaubetriebs in Wil mit über dreissig Mitarbeitern bringe er zudem Führungserfahrung mit.

Unterstützung der SP

Ueli Rohner wurde 2006 in den Gemeinderat gewählt und ist seit 2012 Vizegemeindepräsident. Der gebürtige Häädler leitet unter anderem die Kommission Standorte und Kulturförderung sowie die Projektgruppe Seeallee/Kurpark. Als weitere Vorhaben seiner Amtszeit nennt Rohner die Sanierung des Kursaals 2010 sowie jene der evangelischen Kirche. Daneben engagiert er sich in zahlreichen anderen Gremien. So war er Vorstandsmitglied im Kino Rosental und Präsident der Arbeitsgruppe «Augustfeier AR/AI 500».

Aktuell können etwa die Bibliothek Heiden sowie der Heimatschutz Appenzell Ausserrhoden auf seine Mitarbeit zählen. Letzteres Mandat würde er auch als Gemeindepräsident behalten, sagt Rohner. Der Obmann des kantonalen Heimatschutzes, Heinz Naef, bezeichnet seinen Vorstandskollegen als kompetent und zuverlässig. «Er verfügt über ein fundiertes Wissen bezüglich Geschichte und Baukultur unseres Kantons.»

Unterstützung erhält der Kandidat von der SP Vorderland. Nach einem Hearing haben sich die Sozialdemokraten für den Parteilosen ausgesprochen, der als Sympathisant der SP nahe steht. «Für uns war seine grosse politische Erfahrung ausschlaggebend», sagt Monika Niedermann, Vorstandsmitglied der SP Vorderland. Für einen Gemeindepräsidenten sei dies aus ihrer Sicht unabdingbar. Rohner habe bewiesen, dass er politische Geschäfte wie die Kursaal-Sanierung erfolgreich umsetzten könne. Darüber hinaus sei er mit den Verhältnissen vor Ort vertraut, breit vernetzt und setzte sich seit Jahren in vielfältiger Weise für die Gemeinde ein, sagt Niedermann.

Wenig aktiv im Wahlkampf

Knapp vier Wochen vor dem Urnengang gewinnt der Wahlkampf im Vorderländer Hauptort langsam an Intensität. Mit hochgestylten Flyern, professionellen Homepages und anderen Aktionen buhlen die Kandidaten um die Gunst der Wähler. Einzig Rohner war in dieser Hinsicht bis jetzt kaum aktiv. Das habe nichts mit Arroganz zu tun, wie ihm teilweise vorgeworfen werde. «Es liegt mir einfach nicht so, mich zu verkaufen.» Im persönlichen Gespräch wirkt Rohner erfrischend ehrlich, sachlich und bodenständig. Er sei kein Wischiwaschi-Typ. «Ich habe eine klare Meinung und vertrete diese auch.»

Hört man sich in Heiden um, sind die Einschätzungen fast einhellig. Demnach gilt der Vizegemeindepräsident als seriöser und stiller Schaffer, der einen guten Job macht. Anderseits gibt es aber Zweifel an seinen Fähigkeiten, die Bevölkerung hinter sich scharen und Heiden angemessen repräsentieren zu können. Der Betroffene widerspricht solchen Befürchtungen: «Es gibt für mich nichts Schöneres, als Gästen die Besonderheiten unserer Gemeinde zeigen zu können.» Er habe diese Aufgabe bereits in Abwesenheit Norbert Näfs jeweils mit Freude wahrgenommen.

Neugestaltung des Kurparks

Konkreter als die Mitbewerber äusserst sich Ueli Rohner in seinem Wahlprospekt über Ziele und Ideen, die er bei einer Wahl in Angriff nehmen will. Besonders am Herzen lägen ihm die Neugestaltung des Kurparks mit der Seeallee und das Hotelprojekt. Zusammen mit dem Kursaal, den Hotels Heiden sowie Muhr und dem Gasthof Fernsicht liessen sich wichtige touristische Angebote verbinden, sagt Rohner. Als weitere Themen, bei denen künftig Entscheidungen anstehen, erwähnt er eine mögliche Verlegung des Postauto-Umsteigeplatzes, die Zusammenlegung der Oberstufe und den Ausbau der Sportstätten. «All diese Projekte sind für die Entwicklung der Gemeinde von grösster Bedeutung.»

In den kommenden Tagen erscheinen die Porträts der anderen drei Kandidaten für das Gemeindepräsidium in Heiden.