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Den Menschen dienen

Bischof Michael Wüstenberg, zuständig für das Bistum Aliwal in Südafrika, weilte über das Wochenende im Obertoggenburg. Für ihn ist der kirchliche Einsatz ein Dienst für die Menschen, wie er im Gottesdienst betonte.
Adi Lippuner
Kaplan Peter Maier, Bischof Michael Wüstenberg und Pfarrer Thomas Thalmann (von links), flankiert von zwei Ministranten, bei der Messe am Samstagabend in der Klosterkirche Neu St. Johann. (Bild: Adi Lippuner)

Kaplan Peter Maier, Bischof Michael Wüstenberg und Pfarrer Thomas Thalmann (von links), flankiert von zwei Ministranten, bei der Messe am Samstagabend in der Klosterkirche Neu St. Johann. (Bild: Adi Lippuner)

NEU ST. JOHANN. Mit Toggenburger Hausorgelklängen, gespielt von Hansjörg Gutgsell auf der Orgel in der Klosterkirche Neu St. Johann, wurde Bischof Michael Wüstenberg am frühen Samstagabend zum Gottesdienst begrüsst. Begleitet von Pfarrer Thomas Thalmann und Kaplan Peter Maier zelebrierte der Gast den Gottesdienst. In seiner Predigt stellte der in Deutschland geborene und in Südafrika wirkende Geistliche die Gaben des Heiligen Geistes wie Wissen, Verstehen und Weisheit in den Mittelpunkt. Am Sonntag erhielten die Gottesdienstbesucher in Stein und Wildhaus Gelegenheit, den Bischof aus Südafrika im Gottesdienst und beim anschliessenden Beisammensein zu erleben.

Vier bis fünf Prozent Katholiken

Er habe in seinem Bistum, welches fast so gross sei wie die Schweiz, rund 16 000 Katholiken, das entspreche einem Anteil von vier bis fünf Prozent der Bevölkerung. «Trotz grosser Armut im Hinterland von Südafrika haben wir viele Laien, die sich für die Kirche und die Menschen einsetzen. Uns ist es wichtig, als katholische Gemeinschaft den Menschen zu dienen, auch wenn dies nicht immer einfach ist.» Es fehle an allem, sowohl an personellen Ressourcen als auch an finanziellen Mitteln. «Trotzdem können wir einiges für die Bevölkerung tun.»

Im Anschluss an den Gottesdienst bestand Gelegenheit, Bischof Michael Wüstenberg und seinen Bruder Hans, der ihn auf der Reise ins Toggenburg als Fahrer begleitete, näher kennen zu lernen. Andrea Räss, Präsidentin des Pfarreirats Neu St. Johann, moderierte das Gespräch. Auf die Frage, was denn die katholische Kirche bewirken könne, antwortete der Bischof: «Die Kirche wird gebraucht, weil ihr Experten in Sachen Menschlichkeit angehören.» Es sei zwar nicht möglich, überall, wo Hilfe nötig wäre, auch zu helfen. «Aber wir tun unser Möglichstes und können dabei auf engagierte Laien zählen.»

Armut als Kernproblem

In seinem Bistum gebe es kaum Arbeit für die Bewohner. «Wer etwas kann, zieht weg, um ein Einkommen zu generieren. Arbeitsplätze in Aliwal gibt es bei der Polizei, als Gefängniswärter, Lehrkraft oder Krankenschwester. Zudem erhalten Menschen ab 60 Jahren eine kleine Pension, von der oft die ganze Familie leben muss. Das Grundproblem ist die Armut und deshalb gibt es Gewalt sowie Alkohol- und Drogenkonsum.»

Bischof Michael Wüstenberg sieht diese Probleme als Folge der Apartheid. «Damals konnte die schwarze Bevölkerung keine Ausbildung machen und das ist bis heute spürbar.» Ein weiteres Problem der Menschen in seinem Bistum sei Aids, eine weit verbreitete Krankheit, die trotz umfassender Aufklärungskampagnen immer noch grassiere.

Perspektive verändert

Hans Wüstenberg hat Luft- und Raumfahrttechnik studiert und war während vieler Jahre im Volkswagenkonzern in der Forschung tätig. Seit seiner Pensionierung vor sechs Jahren besucht er seinen Bruder regelmässig in Südafrika. «Das hat meine Perspektiven verändert und ich versuche, nach Kräften vor Ort zu helfen.» Dabei gehe es um die Erstellung von Wasser- oder Elektroleitungen, aber auch um deren Unterhalt. «Unser Hauptproblem ist es, Leute auszubilden, welche den Unterhalt dieser Werke sicherstellen, denn ohne Kontrolle funktioniert dies nicht.»

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