Den letzten Willen respektieren

Bereits zum viertenmal findet am nächsten Donnerstag, 17. März, das «Forum Palliative Care Appenzeller Vorderland» in Heiden statt. Im Mittelpunkt steht das Thema «Gemeinsam statt einsam: Der Runde Tisch».

Martina Brassel
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Heiden. Schwerkranke und sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten, ist nicht einfach und erfordert ein professionelles Umfeld, aber auch die Unterstützung der Angehörigen. «Wir müssen akzeptieren, dass nicht nur die Heilung richtig sein kann, sondern auch die Unterstützung derjenigen fördern, die sterben werden», sagt Pamela Fuchs, stellvertretende Stationsleiterin Medizin im Spital Heiden. Sie begleitet immer wieder Menschen auf dem Weg in den Tod. «Es ist nicht immer einfach, vor allem dann nicht, wenn die Betroffenen oder ihre Angehörigen das Schicksal nicht akzeptieren. Häufig entstehen aber auch Beziehungen. Die Dankbarkeit der Betroffenen und deren Familien gibt mir viel zurück», so Pamela Fuchs. Auch Hausarzt Thomas Langer hat schon viele Patienten auf dem letzten Lebensabschnitt begleitet. «Der Tod gehört zum Leben. Ich kenne meine Patienten zum Teil schon sehr lange. Wenn es gelingt, ihnen die letzten Tage und Monate des Lebens so würdevoll wie möglich zu gestalten, ist meine Aufgabe erfüllt.»

«Der Runde Tisch»

Auch wenn der Tod zum Leben dazugehört, ist die Begleitung eines Menschen in den Tod innerhalb der Gesellschaft oft noch ein Tabuthema. Aus diesem Grund, und auch, um den Angehörigen und involvierten Institutionen eine Plattform zu bieten, wurde vor zwei Jahren das «Forum Palliative Care Appenzeller Vorderland» ins Leben gerufen. Es ist ein Teil der verschiedenen Angebote der Palliative Care Appenzeller Vorderland (siehe Kasten). «Unser Ziel ist es, mit dem Forum vermehrt in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden und das Beziehungsnetzwerk zu vertiefen», sagt Pamela Fuchs. Am nächsten Donnerstag, 17. März, findet der Anlass bereits zum viertenmal statt.

Im Zentrum steht das Thema «Gemeinsam statt einsam: Der Runde Tisch». Thomas Langer dazu: «Oft gehen die Wunschvorstellungen der Betroffenen und ihrer Angehörigen auseinander. Wichtig ist es aber, den Willen der Betroffenen zu akzeptieren und darüber zu sprechen.» Genau hier soll der Runde Tisch helfen. Wie auch bei anderen Fragestellungen, die Menschen in solchen Situationen beschäftigen. Die Teilnehmer des Forums lernen das Instrument besser kennen und erfahren in einem theoretischen Teil einiges zur interprofessionellen Entscheidungsfindung und zu Organisation und Ablauf des «Runden Tisches». In einem zweiten Teil werden die praktischen Anwendungen geübt.

Der Austausch an den Foren werde geschätzt, auch die inhaltlichen Weiterbildungen kämen gut an, weiss Hausarzt Thomas Langer. Die Foren finden zweimal pro Jahr statt und werden im Schnitt von 40 bis 50 Teilnehmern besucht. Im Anschluss an den offiziellen Teil des Anlasses findet immer ein Apéro statt, zu dem auch Behördenvertreter eingeladen sind. Das zweite Forum in diesem Jahr findet Ende September statt. Finanziell unterstützt wird die Palliative Care Appenzeller Vorderland von den Gemeinden und Stiftungen. Seit die Gruppe ins Leben gerufen wurde, konnte mit der Lancierung der Foren und der Gründung der Hospiz-Gruppe sowie der Einführung des Palliativ-Konzepts am Spital Heiden bereits einiges erreicht werden.

Enge Zusammenarbeit

Die Organisation arbeitet eng mit dem Palliativzentrum des Kantonsspital St. Gallen und dem Palliativnetz Ostschweiz zusammen. «Wichtig ist es, dass innerhalb des Palliative-Care-Teams keine Hierarchien entstehen, sondern alle am gleichen Strick ziehen», sagt Thomas Langer. Schliesslich gehe es darum, sterbenden Menschen ihren Lebensabend so erträglich wie möglich zu gestalten.

«Forum Palliative Care Appenzeller Vorderland», Thema: «Runder Tisch», Donnerstag, 17. März, 14 bis 16.30 Uhr, Evangelisches Kirchgemeindehaus Heiden.