Dem schlechten Wetter dankbar

Das schlechte Wetter wirkt sich positiv auf das Heilbad Unterrechstein aus. Dies war an der Generalversammlung ebenso zu erfahren wie die Tatsache, dass für die Park Residenz Appenzellerland AG noch kein Investor gefunden wurde.

Karin Steffen
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GRUB. An der GV der Mineral- und Heilbad Unterrechstein AG in der Turnhalle Grub AR erwähnt Verwaltungsratspräsident Heinrich Eggenberger, Heiden, zwei Fragen, mit denen er im letzten Jahr vermehrt konfrontiert wurde. Konkret lauteten diese: «Wie geht es dem Bädli?» und zum anderen: «Wie geht es denn nun weiter mit dem Hotelprojekt?»

Die erste Frage ist relativ einfach und schnell zu beantworten, denn dem Bädli geht es finanziell gut. Das schlechte Wetter trägt aktuell das seine dazu bei. Eggenberger bringt es wie folgt auf den Punkt: «Schlechtes Wetter ist gut für das Heilbad. Nasskaltes Wetter ist sehr gut für das Heilbad!» Auch die vorübergehende Schliessung des direkten Konkurrenten Mineralheilbad St. Margrethen wirkt sich positiv auf den Betrieb des Mineral- und Heilbads Unterrechstein aus. Mit den getroffenen Marketingmassnahmen hofft das Appenzeller Vorderländer Heilbad auch, dass einzelne Gäste als neue Stammgäste bei der Stange gehalten werden können.

Weiterhin kein Investor

Schwieriger wird es bei der zweiten Frage, nach dem Stand des Hotelprojektes der Park Residenz Appenzellerland AG. Das Heilbad sei zwar nicht in die Projektentwicklung involviert, der Verwaltungsrat habe jedoch Einblick in die Projektunterlagen, informiert Eggenberger. Bis heute ist es der Park Residenz Appenzellerland AG nicht gelungen, einen Investor zu finden. Eggenberger ist jedoch guter Hoffnung, denn die Park Residenz Appenzellerland AG steht seit diesem Jahr mit Hanspeter Wild unter neuer Führung. Unter Wilds Ägide werde «mit Hochdruck» an der Weiterentwicklung des Hotelprojektes gearbeitet, sagt Eggenberger überzeugt. Ausserdem attestiere die schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit (SGH) dem geplanten Medical- und Wellnesshotel sehr gute Voraussetzungen. Der Standort im Appenzellerland und die willkommenen Synergien mit dem Heilbad seien ideal.

Falls jedoch alle Stricke reissen, habe der Verwaltungsrat einen Plan B erarbeitet, sagt Eggenberger. Dabei denke er vor allem an einen neuen grosszügigen Verpflegungsbereich beim Empfang, welcher zu einem umfassenden Badeerlebnis gehöre.

Viele Abo-Verkäufe

In allen statutarischen Belangen folgten die Aktionäre den Anträgen des Verwaltungsrates. Der Jahresgewinn von gut 40 000 Franken ist zwar bescheiden (Vorjahr knapp 50 000 Franken) und der Jahresumsatz ging von 1,85 Mio. Franken im 2011 auf 1,75 Mio Franken zurück. Dank der vielen Abonnementsverkäufe anlässlich des 30-Jahr-Jubiläums konnte der Cash-flow aber trotzdem deutlich von 372 000 Franken auf 450 000 Franken gesteigert werden. Dies entspreche einem überdurchschnittlichen Niveau von 25 Prozent des Gesamtumsatzes, ist aus dem Geschäftsbericht zu entnehmen.