Der SC Herisau muss die Playoffs via untere Masterround anstreben

Wetzikon ist reifer und gefestigter – der SC Herisau verliert zum vierten Mal in Folge in der 1.-Liga-Gruppe Ost.

Lukas Pfiffner
Hören
Drucken
Teilen
Vom Favoriten aus dem Tritt gebracht: Herisaus Thomas Hoffmann, links Gian-Andrea Thöny von Wetzikon.

Vom Favoriten aus dem Tritt gebracht: Herisaus Thomas Hoffmann, links Gian-Andrea Thöny von Wetzikon.

Bild: Lukas Pfiffner

Eine Runde vor Schluss der Qualifikation steht fest, dass der SC Herisau die Meisterschaft ab nächster Woche in der unteren Masterround fortsetzen wird: Er verlor am Mittwoch zu Hause gegen den Tabellendritten Wetzikon zu Recht 2:6 und weist fünf Punkte Rückstand auf den Sechsten Burgdorf auf. Die Ausserrhoder müssen versuchen, die Zwischenrunde als Erster oder Zweiter abzuschliessen und die Playoffs auf diesem zweiten Weg zu erreichen.

Wetzikon hat Fahrt aufgenommen

In der ersten Hälfte des Grunddurchgangs hatte Wetzikon zum Beispiel die Auswärtsspiele gegen Prättigau und Rheintal verloren – zwei Teams also, die schon lange keine Chance mehr auf ein direktes Erreichen der Playoffs mehr haben. Und Mitte November hatten die Herisauer die Zürcher Oberländer auch überrascht und auswärts 5:3 gewonnen. Unterdessen ist Wetzikon aber in Fahrt gekommen und hat seit der Niederlage gegen die Appenzeller neun von zehn Partien gewonnen.

Im Sportzentrum gerieten sie vorgestern kurz in Rückstand – dank Inauens Hartnäckigkeit kurz vor der ersten Pause und Timo Kollers sehenswertem «Buebetrickli» zu Beginn des zweiten Drittels. Der Gast aus Zürich verlor weder die Fassung noch die Kontrolle, er reagierte im Stil einer Spitzenmannschaft und wendete das Resultat resolut.

Offensivmacht der Gruppe

Die Zürcher Oberländer sind die Offensivmacht der 1.-Liga-Gruppe Ost. Keine Mannschaft trifft so oft ins gegnerische Tor wie sie, und zum achten Mal in Folge erzielten sie fünf, sechs oder sieben Tore. Sie beeindruckten am Mittwoch mehrheitlich mit Puckkontrolle bei hoher Intensität und waren häufiger im Angriffsdrittel anzutreffen als die Gastgeber. Wetzikon verzeichnete aber gemessen an seinen Möglichkeiten lange zu wenig Zug auf das Tor. Dafür besass es Glück, als Eggimann beim 2:2 praktisch von der verlängerten Torlinie aus Bauer überraschte.

Perfekt inszeniert, weil zwingend herausgespielt und präzis in der hohen Ecke abgeschlossen, war der dritte Treffer in ihrem zweiten Powerplay. Und mit dem 2:4, kurz nach der zweiten Pause ebenfalls in Überzahl erzielt, war das Spiel im Prinzip entschieden. Hätten die Zürcher Oberländer den Abschluss konsequenter gesucht, wären nicht nur das fünfte und sechste Tor gefallen, sondern ihr 100. Saisontreffer.

Höchste Heimniederlage

Um die Spielmitte herum besassen die Einheimischen einige gute Momente und das Spiel für neutrale Zuschauer die spektakulärste Phase, weil es hin und her ging. Jeitziner war am Mittwoch gewohnt initiativ und Timo Koller hinten wie vorne wirkungsvoll. Und im zweiten Drittel schafften es die Herisauer ab und zu, mit Tempo ins Angriffsdrittel zu gelangen. Aber unter dem Strich zeigte sich der SCH zu wenig gut abgestimmt und von der blauen Linie aus zu wenig gefährlich.

Herisau verlor gegen Wetzikon so hoch wie zu Hause nie in dieser Saison und zum vierten Mal in Folge, es erzielte dabei null, zwei, zwei und zwei Tore. Die Durchschlagskraft scheint verloren gegangen zu sein. Wetzikon trat vorgestern schon grundsätzlich gefestigter und reifer auf, obwohl es punkto Inspiration auch schwächere Momente aufwies. Dass Herisau die Gewichte zweimal durch Eigenverschulden weiter verschob (zu viele Spieler auf dem Feld), war ärgerlich – das erste Mal bereits nach 50 Sekunden.