Dem Dorf seine Seele bewahren

BÜTSCHWIL. An ihrer Hauptversammlung beschloss die Museumsgesellschaft Bütschwil vor kurzem die Sanierung ihrer Liegenschaften Häuser Rosenast und Keller am Eichelstock. Damit ist der Startschuss für das längst fällige Vorhaben gefallen.

Peter Küpfer
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Die Häuser Rosenast und Keller mit ihrem Mittelbau beherbergen das Ortsmuseum. Sie sind renovationsbedürftig. (Bild: Peter Küpfer)

Die Häuser Rosenast und Keller mit ihrem Mittelbau beherbergen das Ortsmuseum. Sie sind renovationsbedürftig. (Bild: Peter Küpfer)

Der Applaus für den Jahresbericht von Präsidentin Katharina Meier war lebhaft und drückte den Dank der Mitglieder für die geleistete Arbeit im Vorstand aus.

Die Arbeit wird, wie die Präsidentin ausführte, im Stillen geleistet und ist intensiv. Die Gesellschaft betreut neben der Taamühle und der Alten Säge Hätschberg bekanntlich die bauhistorisch bedeutenden Gebäulichkeiten der Häuser Rosenast und Keller am Eichelstock. Diese beherbergen zusammen mit dem Mittelbau das hiesige Ortsmuseum.

Die Liegenschaften repräsentieren den herkömmlichen Baustil im Toggenburg auf charakteristische Weise und figurieren auf der Liste der erhaltenswerten Gebäulichkeiten ganz oben. «Die von uns betreuten Häuser am Eichelstock sind so etwas wie die Seele des Dorfes», sagte Meier zur Begründung des Antrages auf Sanierung. Das konzeptuell vorliegende Umbauprojekt stiess denn auch auf grosses Interesse.

Deutlicher Sanierungsbedarf

Wie eine am Bildschirm projizierte Dokumentation deutlich machte, sind an beiden Gebäuden teilweise massive Schäden feststellbar. Diese betreffen das Fundament, das Gemäuer, die Dächer, Türen und Fenster. Aber auch im Innern ist Sanierungsbedarf da. So lassen sich die Häuser nicht beheizen und verfügen über keinen Wasseranschluss. Der letzte Mieter der vorhandenen Zweizimmerwohnung ist schon vor Jahren ausgezogen.

Seither wurden an den Häusern keine namhaften Unterhaltsarbeiten ausgeführt. Das Holz ist teilweise modrig. Die steilen Treppen sind nur mit Mühe begehbar, in der niedrigen und seit Jahren leerstehenden Mietwohnung riskiert man dauernd unsanften Deckenkontakt mit dem Kopf.

Massvolles Projekt

Das vom Vorstand nun zur Realisierung vorbereitete Projekt ist massvoll. Es wird nicht an einen radikalen Umbau gedacht, erklärte Meier, im Vordergrund steht der Erhalt der vorhanden Substanz, die durch geschickte Veränderungen und in Wahrung des Ortsbildes besser genutzt werden kann.

Das Zwischengebäude soll im Erdgeschoss, anstelle der Garage, einen für Veranstaltungen nutzbaren Officeraum mit Teeküche erhalten. Neu wird den Besuchern der Zugang zum Garten ermöglicht.

Das Abgraben des Kellers im Haus Keller bringt nicht nur einen kleinen zusätzlichen Ausstellungsraum, sondern schafft durch gleichzeitiges Absenken des Bodens der Wohnung mehr Raum. Sie erhält eine Toilette, eine Nasszelle mit Dusche und eine Küche.

Neue Impulse

Mit der vor zwei Jahren erfolgten grosszügigen Schenkung im Nachlass Walter Scherrer verfügt die Gesellschaft nun auch über genügend flüssige Eigenmittel für das Projekt. Die Mitglieder schlossen sich denn auch diskussionslos und einstimmig dem Antrag des Vorstandes an.

Wenn das eingeschlagene Tempo durchgehalten wird, so Katharina Meier, können die Arbeiten bereits 2016 beginnen. Dazu muss das Projekt allerdings verschiedene Hürden nehmen. Nach dem Durchlaufen der Bewilligungsverfahren liegt der Ball bei den Behörden und der Bürgerschaft von Bütschwil-Ganterschwil.

Ein attraktives Museum in der Ortsmitte, mit entsprechenden Aktivitäten, dient allen, wurde in der Diskussion geäussert. Es werde belebend wirken. Dazu sei der Umbau aber Voraussetzung.

Jahresbericht, Rechnung und Budget werden einstimmig und mit Dank verabschiedet.

Jahresbericht, Rechnung und Budget werden einstimmig und mit Dank verabschiedet.

Präsidentin Katharina Meier

Präsidentin Katharina Meier

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