DEGERSHEIM: Wer zahlt bei Räumungen?

Letzte Woche trafen sich Mitglieder des HEV Appenzell Ausserrhoden bei der Krüger & Co. AG. Unter anderem gab es zwei Referate zum Thema Gebäudeschäden.

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Beim Apéro gab es für die HEV-Mitglieder viel zu diskutieren. (Bild: MHU)

Beim Apéro gab es für die HEV-Mitglieder viel zu diskutieren. (Bild: MHU)

«Der Schimmel kann jedes Haus treffen!» Muss aber nicht, sagte Guido Litscher, Leiter Schimmelpilzbeseitigung bei der Degersheimer Firma Krüger & Co. AG: «Es gibt eine Reihe von Massnahmen, aber was man macht, muss man richtig machen.» Also keine sogenannte Pinselsanierung, den Schimmel einfach überstreichen nütze gar nichts: «Wenn die Bedingungen, die der Hausschimmel zum Leben braucht, nicht eliminiert werden, wird er immer wieder kommen.» Der Schimmel mag in erster Linie Feuchtigkeit und hasst Licht. Hausschimmel tritt also bevorzugt dort auf, wo die Luftfeuchtigkeit hoch ist und Dunkelheit oder Schatten herrscht: «In Wohnungen hin­ter Schränken oder an Fenster­laibungen hinter Vorhängen, in Badezimmern an der Decke, in Kellern oder Treppenhäusern. Nichts zu tun sei keine Lösung, so Litscher. Es genüge auch nicht, den Pilz zu beseitigen, sondern man müsse nach der Ursache suchen. Das könne im einfachsten Fall mangelnde Belüftung sein, im schwierigeren Fall ein Schaden oder eine Fehlkonstruktion am Gebäude. «Schauen Sie, dass die Luftfeuchtigkeit im Haus, vor allem im Winter, nicht über sechzig Prozent steigt», so der Rat des Spezialisten. Kurzes, intensives Lüften durch Öffnen der Fenster sei die sinnvollste Massnahme. Hartnäckiger Schimmelpilz jedoch müsse professionell angegangen werden. Seine Firma biete ein Reihe von Massnahmen zur Schimmelpilzbekämpfung, ausgehend von der seriösen Analyse bis zur Eliminierung durch Kaltnebelgas. Rund 100 Mitglieder des Hauseigentümervereins Appenzell Ausserrhoden hörten dem Referat des Spezialisten zu. HEV-Geschäftsführer Ruedi Aerni stellte seitens der Mitglieder ein überaus grosses Interesse fest: «Die Referatsthemen sind ja auch sehr aktuell.» Womit Aerni das zweite Thema des Abends ansprach: Gebäudeschäden und deren Versicherung. Das Referat hielt Zurich-Schadenexperte Marco Cozzio. Nebst einem Informations-Update kam Cozzio auf einen Aspekt zu sprechen, der beim Bergsturzunglück in Bondo aktuell wurde: Wer bezahlt für Kosten, die bei behördlicher Räumung von Eigenheimen oder Betriebsstätten entstehen? Die Versicherungen hätten sich diesbezüglich flexibel gezeigt. Cozzio: «Der Versicherungsverband hat dafür freiwillig einen Fonds geäufnet, der für solche Kosten aufkommt.» (mhu)