Decken für Flüchtlingskinder

Fünf Frauen der Frauengemeinschaft Herisau wollen einen Beitrag leisten zur Linderung des Flüchtlingselends. Sie organisieren ein spezielles Nähprojekt. Das Ziel von «mini decki» ist, dass jedes Flüchtlingskind eine eigene Decke erhält.

Karin Erni
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Heidi Eisenhut und Sabina Aggeler suchen noch Näherinnen für weitere Decken. (Bild: ker)

Heidi Eisenhut und Sabina Aggeler suchen noch Näherinnen für weitere Decken. (Bild: ker)

HERISAU. Schon seit längerem treffen sich die vier Herisauerinnen Heidi Eisenhut, Sabina Aggeler, Christine Gsell und Monika Maag regelmässig bei Andrea Breitenmoser im Nählokal, um gemeinsam ihrer Nähleidenschaft zu frönen. Die ausgebildete Handarbeitslehrerin unterstützt die Frauen bei der Anfertigung individueller Näharbeiten. Irgendwann sei in der Gruppe die Idee entstanden, sich am Nähprojekt «mini decki» zu beteiligen, das für Flüchtlingskinder Decken näht, erinnert sich Heidi Eisenhut. «Es schien uns sinnvoll, weil wir dabei unsere Fähigkeiten einsetzen und gleichzeitig etwas Caritatives machen können.» Überzeugt hat die Frauen zudem, dass es sich bei den Decken nicht um ein Spielzeug handle, das schnell verleide, sondern etwas Bleibendes darstelle.

Welle der Solidarität

Initiiert hat das Projekt «mini decki» die Aargauerin Simone Maurer. Die Mutter von drei Kindern hat im letzten Winter begonnen, Decken für Flüchtlingskinder zu nähen und zu verschenken. «Wenn ich als Mutter nichts mehr hätte für meine Kinder, dann wünschte ich mir neben Essen und Kleidung eine Decke, mit der ich mein Kind am Abend zudecken kann», sagt sie über ihre Beweggründe. Mit ihrer Idee löste sie eine Welle der Solidarität in der Schweiz und im benachbarten Ausland aus. Von überall her meldeten sich Freiwillige, die mithelfen wollten.

Unterstützung für Projekt

Auch die Nähfrauen aus Herisau stiessen von allen Seiten auf bereitwillige Unterstützung: Die Firmen Fabrikladen Cilander, Stoffstübli, Graf Nähcenter, Hut + Nadel, Etavis Grossenbacher und Moving Light and Sound beteiligen sich am Projekt. Abnehmer für die Decken haben die Frauen bereits gefunden. Die Beratungsstelle für Flüchtlinge hat den Bedarf in der Region abgeklärt und wird die Verteilung der Decken an die Kinder übernehmen.

Kontakte schaffen

Was es für die Kuscheldecke braucht, sind eine simple Steppdecke von Ikea und gut erhaltenen Stoff. Das kann Bettwäsche sein, die man nicht mehr braucht oder ein feiner Baumwollstoff. Diese Materialien werden zusammen vernäht und mit dem roten Label «mini decki» ausgezeichnet. Es brauche keine Vorkenntnisse, um mitzumachen, so Heidi Eisenhut. «Es ist immer jemand da, der bei einem allfälligen Problem helfen kann. Das gemeinsame Nähen soll ein gesellschaftlicher Anlass sein, alle sind willkommen.»

Frauengemeinschaft hilft

Sowohl das Nählokal, als auch das Projekt «mini decki» stehen unter dem Patronat der Frauengemeinschaft Herisau. «Der Verein spricht Frauen jeden Alters und jeder Herkunft an», so Sabina Aggeler vom Vorstand. Der Verein engagiert sich sozial, bietet Vorträge und kreative sowie gesellige Abende.

www.kath-herisau/frauengemeinschaft.html