Daumen hoch für Migros

Ende November entscheiden die Herisauerinnen und Herisauer über den Migros-Neubau in Herisau. Zur Abstimmung gelangen die planungsrechtlichen Grundlagen. Gemeindepräsident Renzo Andreani hofft auf einen positiven Ausgang.

Roger Fuchs
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Gemeindepräsident Renzo Andreani findet den Abbruch des Brühlhofs für einen Migros-Neubau im Zentrum vertretbar. (Bild: rf)

Gemeindepräsident Renzo Andreani findet den Abbruch des Brühlhofs für einen Migros-Neubau im Zentrum vertretbar. (Bild: rf)

HERISAU. Der Herisauer Einwohnerrat hat Mitte September ein klares Zeichen gesetzt: Die für den Migros-Neubau erforderlichen Planungsmittel wurden ohne Gegenstimme erlassen und wie von der parlamentarischen Kommission beantragt dem obligatorischen Referendum unterstellt. Am 29. November kommt es demnach zur Volksabstimmung über das Migros-Neubauprojekt. Damit soll Rechtssicherheit für die Migros geschaffen werden, sagte Raphael Froidevaux, Präsident der parlamentarischen Kommission, an der Einwohnerratssitzung.

Heimatschutz dagegen

Konkret geht es bei der Abstimmung um Änderungen im Teilzonenplan Nutzung sowie im Teilzonenplan Schutz. Im Teilzonenplan Nutzung soll das von der Kasernenstrasse, Gartenstrasse, Oberdorfstrasse und Arthur-Schiess-Strasse umrundete Geviert der viergeschossigen Kernzone (K4) zugeteilt werden. Mit einer Änderung im Schutzzonenplan sollen der Brühlhof sowie vier Bäume – darunter der Mammutbaum – aus dem Schutz entlassen werden. Genau dies wäre aber nicht im Sinn des Heimatschutzes, wie dessen Präsidentin Eva Louis vor einigen Wochen an einem Podium sagte. Sie bemängelt, dass keine Alternativen geprüft worden sind, und findet, dass Migros und Brühlhof sehr wohl nebeneinander bestehen können. Anders wertet die Situation der Herisauer Gemeinderat: Der Brühlhof habe heute aus ortsbaulicher Sicht keine grosse Bedeutung mehr. Dem Mammutbaum wiederum fehlt gemäss Gemeinderat die langfristige Lebensgrundlage. Nicht vorstellbar sei die zusätzliche Einkesselung, die entstehen würde, wenn ein alternatives Projekt unter Erhalt des Brühlhofs realisiert würde, sagt Gemeindepräsident Renzo Andreani. Er steht voll hinter dem ausgewählten Projektvorschlag. «Ich bin überzeugt, dass ein Migros-Neubau der Gemeinde gut tut und ich freue mich auf einen solchen im Zentrum.»

Zur Genehmigung vorlegen

Heisst die Stimmbevölkerung die Vorlagen gut, sollen im Januar 2016 die Änderung des Zonenplans Nutzung und die Änderung des Zonenplans Schutz dem Regierungsrat zur Genehmigung vorgelegt werden. Zudem hat das Departement Bau und Umwelt den in der Kompetenz des Gemeinderats liegenden Gestaltungsplan zu genehmigen. Auch sollen gleichzeitig die vier noch hängigen Einspracheentscheide eröffnet werden. Gemäss Renzo Andreani bilden die geänderten Zonenpläne im weiteren Verfahren schliesslich die Grundlage für das Baubewilligungsverfahren.

Sollte das Volk die Migros ablehnen, so hat diese derzeit keinen Plan B in der Tasche. Dies stellte Peter Diethelm, Geschäftsleiter der Migros Ostschweiz, bereits klar. In diesem Fall müsse man die Situation neu beurteilen. «Wir sind überzeugt, dass ein Neubau am bisherigen Standort der Gemeinde Herisau am meisten nützt», so Diethelm.