Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

DAUERREGEN: Das Toggenburg, die nasseste Gegend der Schweiz

Die erste Hälfte des Junis war dieses Jahr so verregnet wie seit 45 Jahren nicht mehr. Ein Blick in die Statistik der landesweiten Niederschlagsmengen zeigt: Besonders betroffen war die Region Toggenburg. Auf dem Säntis, in Starkenbach und in Ebnat-Kappel wurden seit Anfang Monat Höchstwerte gemessen.
Anina Rütsche
Regen, Regen, Regen: Im Toggenburg ist es derzeit besonders nass. (Bild: LUKAS LEHMANN (KEYSTONE))

Regen, Regen, Regen: Im Toggenburg ist es derzeit besonders nass. (Bild: LUKAS LEHMANN (KEYSTONE))

REGION. Dieser Frühsommer wird als besonders kalt, grau und nass in die Geschichte eingehen – insbesondere in der Region rund um Alpstein und Churfirsten, wo es seit Anfang Juni rekordverdächtig viel geregnet hat. "Das Toggenburg ist generell eine feuchte Gegend", sagt hierzu Daniel Gerstgrasser von MeteoSchweiz. "Denn wenn die Luftmasse von Nordwesten her kommt, stösst sie im Toggenburg an die ersten Berge und wird zum Aufsteigen gezwungen. So kann es vermehrt zu Niederschlägen kommen."

Rekordregen auf dem Säntis
Die Wetterstation auf dem Säntis hat in der ersten Hälfte des Junis 2016 die landesweit höchsten Werte aufgezeichnet. Die gefallene Regenmenge auf dem 2502 Meter hohen Berg beträgt für den Zeitraum vom 1. bis zum 15. Juni insgesamt 187 Millimeter, was 187 Litern Wasser pro Quadratmeter Boden entspricht. Dies ist mehr als eine gefüllte Badewanne, die in der Regel rund 140 Liter fasst.

Den zweiten Rang auf der Liste der am heftigsten verregneten Schweizer Orte belegt gemäss MeteoSchweiz das solothurnische Weissenstein, und darauf folgt erneut das Obertoggenburg auf Platz drei mit Starkenbach. In der Streusiedlung Starkenbach, die zur Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann gehört, sind vom 1. bis 15. Juni insgesamt 182,1 Millimeter Niederschlag gemessen worden. Ebenfalls sehr nass war es in Ebnat-Kappel, das gleich nach dem Pilatus den fünften Rang erreicht hat. In Ebnat-Kappel beträgt der vom 1. bis 15. Juni gemessene Niederschlagswert 171,3 Millimeter.

Normwert in halber Zeit
Wenn man die bisher gemessenen Juni-Werte mit denjenigen aus früheren Jahren vergleicht, fällt auf: Nach der Halbzeit sind wir schon fast beim Durchschnittswert für den gesamten Monat angelangt. Die Normwerte für den gesamten Juni betragen nämlich für den Säntis 233,1 Millimeter, für Starkenbach 197,8 Millimeter und für Ebnat-Kappel 180 Millimeter.

Noch nasser als der bisherige Juni 2016 war derjenige anno 1971, als in Starkenbach knapp 400 Millimeter und in Ebnat-Kappel 371 Millimeter Niederschlag gemessen wurden. Der Rekord wurde aber noch viel früher, nämlich 1886, aufgestellt, als auf dem Säntis pro Quadratmeter 529,2 Millimeter Regen fielen. Und es gab in der Region Toggenburg auch schon extrem trockene Frühsommer: Im Juni des Jahres 1908 beispielsweise sind auf dem Säntis lediglich 78 Millimeter Regen gefallen, in Ebnat-Kappel waren es im Juni 1962 bloss 64,9.

Noch kein Hoch in Sicht
Laut Angaben von MeteoSchweiz dauert es noch einige Zeit, bis der Sommer endlich in der Schweiz ankommt. "Für das Wetter in den vergangenen Wochen sind einige Tiefdruckgebiete verantwortlich", erklärt Daniel Gerstgrasser. "Unsere Prognose umfasst jeweils rund sieben bis zehn Tage. Bereits jetzt lässt sich sagen, dass bis kommenden Mittwoch kein stabiles Hoch in Sicht ist."

Im Toggenburg muss man nun laut Angaben des Meteorologen insbesondere die Thur im Auge behalten. Diese wird am Freitag und voraussichtlich auch am Samstag aussergewöhnlich viel Wasser führen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.