«Das Wissen geht schnell verloren»

Auch im Jahr seines Jubiläums will der Samariterbund die Öffentlichkeit weiter aufklären. Nur wenige Schweizer hätten ausreichende Kenntnisse in Erster Hilfe, sagt Michael Gsell, der Präsident des Herisauer Samaritervereins.

Michael Genova
Merken
Drucken
Teilen
«Wir wollen die Hemmschwelle vor der Ersten Hilfe abbauen», sagt Präsident Martin Gsell. (Bild: Ennio Leanza)

«Wir wollen die Hemmschwelle vor der Ersten Hilfe abbauen», sagt Präsident Martin Gsell. (Bild: Ennio Leanza)

HERISAU. Seit 125 Jahren setzt sich der Schweizerische Samariterbund für die Ausbildung von Frauen und Männern ein, damit diese Verunfallten und Erkrankten im Notfall Erste Hilfe leisten können. An der Basis sind es die lokalen Samaritervereine, die sich für dieses Anliegen stark machen. «Wir möchten vor allem mit den Leuten in Kontakt kommen», sagt Michael Gsell, der Präsident des Samaritervereins Herisau. Morgen präsentiert sich der Verein mit einem Stand auf dem Herisauer Obstmarkt der Öffentlichkeit.

Ungenügende Kenntnisse

Studien belegen, dass die meisten Schweizerinnen und Schweizer über ungenügende Kenntnisse in Erster Hilfe verfügen. Dies hänge damit zusammen, dass man meist nur einmal im Leben für die Fahrprüfung einen Erste-Hilfe-Kurs absolviere, sagt Roswitha Metzger, Vize-Präsidentin des Samaritervereins Herisau. «Das Wissen geht danach schnell verloren.» Dazu komme, dass viele Leute Hemmungen hätten, ihre Wissenslücken zu offenbaren. Präsident Martin Gsell hat die Erfahrung gemacht, dass sich die Leute erst nach einem persönlichen Erlebnis mit einem Notfall an den Samariterverein wenden, um ihre Kenntnisse in Erster Hilfe zu verbessern. «Mit unseren öffentlichen Aktionen wollen wir die Hemmschwelle vor der Ersten Hilfe abbauen», sagt Gsell.

Die Samaritervereine nennen keine strikte Faustregel, wie oft man die eigenen Kenntnisse überprüfen sollte. Michael Gsell empfiehlt jedoch Absolventen des Kurses Reanimation alle zwei Jahre eine Auffrischung. Der klassische Nothilfekurs ist sechs Jahre lang gültig. «Wenn man sich dann eingestehen muss, dass die Kenntnisse nicht mehr ausreichen, sollte man mit einem lokalen Samariterverein Kontakt aufnehmen», so Gsell.

Der elektronische Nothelfer

Bisher besuchte man den Nothilfekurs an fünf Abenden während jeweils zweieinhalb Stunden. Seit Anfang Jahr können Teilnehmer mit dem «eNothelfer» die Theorie zu Hause am Computer erarbeiten. Die praktischen Kenntnisse werden danach an einem Präsenzkurs vermittelt, der sieben Stunden dauert.

Stand des Samaritervereins Herisau: Morgen von 8.30 Uhr bis 16 Uhr auf dem Herisauer Obstmarkt.