Das Warten hat ein Ende

Am Stoos-Schwinget beendet der Gaiser Raphael Zwyssig eine lange Durststrecke der Appenzeller. Er gewinnt als erster Appenzeller seit Schwingerkönig Thomas Sutter einen Kranz.

Claudia Frick
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Gegen Pirmin Egli sicherte sich Raphael Zwyssig im sechsten Gang den Stoos-Kranz. (Bild: Werner Schaerer)

Gegen Pirmin Egli sicherte sich Raphael Zwyssig im sechsten Gang den Stoos-Kranz. (Bild: Werner Schaerer)

SCHWINGEN. Rund 14 Jahre ist es her, als Schwingerkönig Thomas Sutter als letzter Appenzeller auf dem Stoos ob Schwyz das begehrte Eichenlaub in Empfang nehmen durfte. Es folgten mehrere Angriffe aus dem Appenzeller Lager, jedoch blieb der Erfolg teils nur um den berühmten einen Viertel aus.

Vor rund 2800 Zuschauern jubelte am Ende des Tages auch Raphael Zwyssig. Der Gaiser trat zu Beginn gegen den über 100fachen Kranzer Adrian Laimbacher an, brachte ihn aber nicht auf die gültige Seite – der Gang endete gestellt. Mit dem dritten Gegner Joel Wicki wartete das 18jährige Innerschweizer Nachwuchstalent auf ihn. Die beiden griffen zusammen und im ersten Zug fand sich Zwyssig nach einer Kurzattacke mit dem Rücken im Sägemehl wieder. Wachgerüttelt von der raschen Niederlage folgte nach der Mittagspause eine eindrückliche Aufholjagd. Gegner um Gegner wurde besiegt, unter anderem der unbequeme Teilverbandskranzer Lutz Scheuber und zu guter Letzt machte Zwyssig mit einem Plattwurf kurzen Prozess, womit der Kranzgewinn gesichert war.

Verpasste Chancen

Martin Hersche und Marcel Kuster vergaben gleich mehrere Möglichkeiten, wertvolle Punkte zu sammeln. Ersterer mit einer Niederlage und einem Remis und Kuster mit zwei Gestellten, unter anderem gegen den Eidgenossen Peter Imfeld. Beide waren nach der Wettkampfhälfte unter Zugzwang, ein Sieg war gefordert. Das Ergebnis blieb aus, somit waren die Kranzhoffnungen endgültig begraben.

Neuling Roth

Für den vierten im Bunde, Martin Roth, war es die erste Teilnahme auf dem Stoos. Gelegenheit für den Herisauer, um weitere Bergluft zu schnuppern, die Gegner erwiesen sich jedoch als zu stark, womit der Wettkampf nach vier Gängen beendet war. Von den gesamthaft 15 verteilten Kränzen erkämpfte sich der Nordostschweizer Schwingerverband vier Stück. Unter anderem Nöldi Forrer, der aufstrebende Bündner Armon Orlik sowie das Thurgauer Urgestein Stefan Burkhalter.

Philipp Laimbacher gewinnt den Stoos-Schwinget im Schlussgang gegen Joel Wicki nach 2:05 Minuten mittels Übersprung und Nachdrücken am Boden.

Auszug aus der Rangliste: 1. Laimbacher Philipp, Sattel, 58.50 P.; 5. Zwyssig Raphael, Gais, 57.00 P.; 7. Forrer Arnold, Stein, 56.50 P.; 8. Orlik Armon, Maienfeld; Burkhalter Stefan, Homburg, 56.25 P.; 16. Kuster Marcel, Appenzell; Hersche Martin, Appenzell, 54.25 P.