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Das Tal der kleinen Betriebe

Nur gerade drei Firmen im Toggenburg beschäftigen mehr als 250 Mitarbeitende. Alle anderen sind klassische KMU, der Grossteil von ihnen ist im ersten Sektor angesiedelt.
Ruben Schönenberger
An der Bahnhofstrasse im Zentrum von Wattwil haben sich zahlreiche kleine Betriebe etabliert. (Bild: Urs M. Hemm)

An der Bahnhofstrasse im Zentrum von Wattwil haben sich zahlreiche kleine Betriebe etabliert. (Bild: Urs M. Hemm)

Die Wirtschaft des Kantons St. Gallen ist geprägt von Klein- und Mittelunternehmen (KMU). Von den total 38 294 Firmen beschäftigen nur gerade 66 und damit 0,17 Prozent aller Betriebe mehr als 250 Mitarbeitende. Das geht aus vor kurzem veröffentlichten Zahlen hervor. Diese bilden die Wirtschaft des Jahres 2014 ab, neuere Zahlen sind nicht verfügbar. Im Toggenburg zeigt sich das für den ganzen Kanton typische Bild noch deutlicher. Nur gerade drei Firmen im Thur- und Neckertal fallen nicht in die Kategorie der KMU, das ist kantonaler Spitzen- oder eben Tiefstwert. Zwei davon sind in der Gemeinde Kirchberg angesiedelt, eine in der Gemeinde Wattwil. Noch auffälliger ist folgende Statistik: Das Toggenburg weist im Vergleich mit den anderen Wahlkreisen auch den höchsten Anteil an Mikrounternehmen aus. Als solche werden jene Firmen bezeichnet, die neun oder weniger Personen beschäftigen. Von den insgesamt 4230 KMU gehören 3946 Betriebe dieser Kategorie an, das sind rund 93 Prozent.

Wenige Einwohner pro Firma

Insgesamt waren im Thur- und Neckertal 2014 also 4233 Betriebe angesiedelt. Diese Zahl ist bemerkenswert, vor allem wenn man sie in Bezug zu den Einwohnerzahlen des gleichen Jahres setzt. Auf weniger als elf Einwohnerinnen und Einwohner kommt ein Betrieb. Das ist kantonsweiter Spitzenwert, sogar der Wahlkreis St. Gallen schneidet schlechter ab. Noch eindrücklicher wird diese Erkenntnis bei der Betrachtung der einzelnen Gemeinden des ganzen Kantons. Die sechs Gemeinden, in denen am wenigsten Einwohner pro Firma leben, liegen alle im Toggenburg. Spitzenreiter ist Hemberg mit nur 7,31 Einwohnern pro Firma. Wenig überraschend sind auch die meisten Arbeitsplätze im Toggenburg in Mikrounternehmen zu finden: über 90 Prozent der insgesamt fast 17 000 in Vollzeitstellen umgerechneten Arbeitsplätze. Auch das ein Spitzenwert im Kantonsvergleich.

Die Zahlen des Kantons offenbaren neben der reinen Anzahl auch das Tätigkeitsgebiet der Firmen. Hier wird einmal mehr deutlich, dass das Toggenburg stark von der Landwirtschaft geprägt ist. Fast 30 Prozent aller Betriebe sind im ersten Sektor zu verorten, der aus Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei besteht. In keinem anderen Wahlkreis ist dieser Wert so hoch. Nirgends so tief wie im Toggenburg ist der Anteil an Betrieben im dritten Sektor, der auch als Dienstleistungssektor bezeichnet wird. Erst 2013 wurde hier die 50-Prozent-Marke geknackt, während der kantonsweite Anteil schon über 70 Prozent liegt. Bei den in Vollzeitstellen umgerechneten Stellen wurde diese Schallmauer hingegen noch nicht durchbrochen. Erst rund 47 Prozent der Stellen sind in dieser Branche zu finden. Im ganzen Kanton beträgt dieser Wert schon über 60 Prozent.

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