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Das Tabu brechen

Am 10. Oktober war der Internationale Tag der psychischen Gesundheit. Zu diesem Anlass fand auf dem Areal der Psychiatrischen Klinik Wil ein Event nur für Patientinnen und Patienten statt.
Ursula Ammann
Die Living Session Band, die an der Psychiatrischen Klinik Wil entstanden ist, brachte Freude in den Tag. (Bild: Ursula Ammann)

Die Living Session Band, die an der Psychiatrischen Klinik Wil entstanden ist, brachte Freude in den Tag. (Bild: Ursula Ammann)

Trägt jemand seinen Arm im Gips, sind Fragen zum Unfallhergang und zum Befinden des Verletzten fast schon Programm. Anders verhält es sich bei psychischen Leiden. Sie sind weit weniger offensichtlich als die körperlichen und noch immer ein gesellschaftliches Tabuthema. «Vielen Menschen fehlt auch der Mut, Betroffene auf ihre Erkrankung anzusprechen», so Markus Merz. Der CEO der Kantonalen Psychiatrischen Dienste Sektor-Nord, KPD-SN, hielt gestern im Restaurant der Psychiatrischen Klinik Wil eine kurze Ansprache vor rund 100 Patientinnen und Patienten. Zum dritten Mal organisierten die KPD-SN die Veranstaltung «Psychiatrie unplugged», bei der psychisch Erkrankte bei Musik und einem Mittagessen die Seele baumeln lassen können. Anlass dazu bietet jeweils der Tag der psychischen Gesundheit, der am 10. Oktober international begangen wird.

«Es ist schön, dass es diesen Tag gibt, aber schade, dass es ihn braucht», betonte Merz.

Mehr sprechen über psychische Erkrankungen

Der Tag der psychischen Gesundheit soll dazu beitragen, das Tabu zu brechen. Ziel sei es, eine Gleichbehandlung von psychischen und körperlichen Leiden zu erreichen, erklärte Markus Merz. Auch soll Betroffenen Mut gemacht werden, darüber zu sprechen. «Es fällt mir selbst schwer, meine Krankheit zu akzeptieren und sie nicht unter den Teppich zu kehren», sagte ein 23jähriger Patient am Rande der Veranstaltung. Seit eineinhalb Wochen wird er in der Psychiatrischen Klinik Wil wegen Depressionen und Angststörungen behandelt. Es tue gut, fernab vom Leistungsdruck zu sein. Er freue sich aber, wieder zurück zur Arbeit gehen zu können. Wann dies der Fall sein wird, weiss er noch nicht.

Bereits am Morgen waren die Patientinnen und Patienten zu verschiedenen musikalischen Darbietungen auf dem Klinikareal eingeladen. Nach Jodel und Blues traf man sich zum Rockkonzert der Living Session Band unter der Leitung von Renato Müller. Die Band ist aus dem therapeutischen Musikatelier an der Psychiatrischen Klinik Wil entstanden. Sie tritt immer wieder in geänderter Formation auf.

Fröhlicher Ausklang mit Living Session Band

Das Publikum war dermassen hin und weg von den inbrünstig vorgetragenen Rocksongs und Balladen, dass es nicht nur lautstark applaudierte, sondern gleich mehrere Zugaben einforderte. So fand der Anlass vor dem gemeinsamen Mittagessen einen äusserst fröhlichen Ausklang.

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