Das Surren im Alpstein hat ein Ende: Der Innerrhoder Grosse Rat nimmt das Drohnenflugverbot an – wenn auch nur knapp

Ab dem 1. November sind private Drohnenflüge im Alpstein nicht mehr erlaubt. Der Grosse Rat des Kantons Appenzell Innerrhoden hat am Montag der revidierten Jagdverordnung und damit dem Drohnenflugverbot zugestimmt. Dass vom Verbot auch Modellflugzeuge betroffen sind, stösst auf Kritik.

Claudio Weder
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Ab dem 1. November werden private Drohnenflüge über dem Alpsteingebiet mit einer Busse von 150 Franken geahndet.

Ab dem 1. November werden private Drohnenflüge über dem Alpsteingebiet mit einer Busse von 150 Franken geahndet.

Bild: Ralph Ribi

Es war ein knapper Entscheid: Mit 23 zu 21 Stimmen und zwei Enthaltungen stimmte der Grosse Rat am Montag der revidierten Jagdverordnung zu. Das bedeutet, dass ab dem 1. November private Drohnenflüge über dem Alpsteingebiet nicht mehr erlaubt sind und mit einer Busse von 150 Franken geahndet werden. Ausgenommen vom Verbot sind Drohnenflüge zu gewerblichen Zwecken oder solche, die der Personenrettung oder dem Herdenschutz dienen.

Zu Diskussionen führte vor allem die Tatsache, dass auch Modellflugzeuge vom Verbot betroffen sind. Grossrat Albert Manser (Gonten) störte sich etwa daran, dass man – wie schon beim Nacktwanderverbot – eine Verordnung macht, die auf einem aktuellen Trend beruht, der vermutlich bald wieder vorbei sein wird. Er sagt:

Albert Manser, Gonten

Albert Manser, Gonten

Bild: PD
«Wir müssen aufpassen, dass wir nicht für jede Bagatelle gleich ein neues Gesetz schaffen.»

Jonny Dörig (Rüte) gab zu bedenken, dass es praktisch unmöglich sei, einen Drohnenpiloten ausfindig zu machen und ihn zur Rechenschaft zu ziehen – bei der Modellfliegerei hingegen schon, da der Pilot Sichtkontakt zum Flugobjekt haben müsse. «Die neue Verordnung würden also vor allem die Modellfliegerpiloten zu spüren bekommen, obwohl man mit dem Verbot eigentlich primär die Drohnenpiloten büssen wollte.»

Rückweisungsantrag wurde abgelehnt

Markus Koster, Appenzell

Markus Koster, Appenzell

Bild: PD

Auf ebenso wenig Begeisterung stiess die Vorlage bei Grossrat Markus Koster (Appenzell). Seiner Meinung nach würden bereits rechtliche Grundlagen existieren, mit denen man «die störende Drohnenfliegerei» angehen könnte. Er beantragte daher, das Geschäft zurückzuweisen und zuerst das nationale Drohnengesetz abzuwarten, bevor man eine kantonale Lösung anstrebe. Der Rückweisungsantrag wurde knapp abgelehnt.

Ruedi Ulmann, Bauherr

Ruedi Ulmann, Bauherr

Bild: PD

Auf der Befürworterseite warnte Patrik Koster (Rüte) vor einer «Ausdünnung des Gesetzes»: Wenn man das Verbot auf Drohnenflüge beschränken würde, dann würde die Verordnung den Vorgaben des Bundesamtes für Zivilluftfahrt sowie des Bundesamtes für Umwelt nicht mehr standhalten. Ähnliche Bedenken hatte Bauherr Ruedi Ulmann: «Es ist immens wichtig, dass wir nun eine gesetzliche Grundlage schaffen.» Diese müsse jedoch für alle gelten. Sonst bestehe die Gefahr, dass am Ende die ganze Verordnung vom Tisch falle.